Kurzarbeit für Aktionäre
Es gehört in unserer schönen Republik zum gewohnten Ritual, dennoch lohnt sich ein weiterer Blick auf das gerne zelebrierte Schauspiel “Sozialisierung der Verluste”. Dieses Theater wird vorzugsweise von risikofreudigen Unternehmer inszeniert. Sie engagieren Lobbyisten, die ein alternativloses Drehbuch schreiben und für das Stück die richtigen Politiker casten.
In der Krise wird - auch zu Recht - die Kurzarbeit als sinnvolles Mittel im Kampf gegen die drohende Massenarbeitslosigkeit angesehen. Nur können bei einer staatlichen Subvention immer Mitnahmeeffekte entstehen. Bei Hartz IV nennt man diese Verhaltensweise schmarotzen und bei Unternehmen klevere Gesetzesauslegung. Im diesem Falle schütten Unternehmen, die vom Staat Kurzarbeitergeld beantragt haben, an die Aktionären großzügige Dividenden aus. Ein schönes Beispiel ist VW, dass diesen Zuschuss in sportliche Porschewagen investieren möchte und das noch möglichst bevor die Abwrackprämie ausläuft.
Die Politiker jammern immer gerne, wenn diese Zweckentfremdungen von Steuergeldern offensichtlich werden. Aber dagegen vorgehen können sie wirklich nicht, denn sie müssten schließlich gute Gesetze machen.
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6. Mai 2009 von stillewasser |
Kategorie Politik Wirtschaftskrise
Schlagworte Hartz IV Managementfehler Mitnahmeeffekt Politikverdrossenheit
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