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Hofberichtblogging (2): Wir brauchen die Bad Banks!

brennendebankDie Kugel im Finanzcasino rollt wieder, die amerikanischen Banken möchten die staatlichen Zügel los werden und sich frei kaufen. In Deutschland zaubert allen voran Herr Ackermann wieder eine  25 % Traumrendite in das Quartalsergebnis der Deutschen Bank. Das wurde auch Zeit. Nach dem 480 Milliarden Euro Rettungsschirm, dem G-20 Bilanzdoping und der Verstaatlichung der HRE ist für den miesepetrige Michel diese angloamerikanische Finanzpower genau das Richtige, um im Tunnel der Weltwirtschaftsdepression endlich das Licht des entgegenkommenden Zuges sehen zu können.
Was war das für eine schwere Zeit! Zuletzt haben die Aktionärs auf der Hauptversammlung zur Verstaatlichung der HRE randaliert wie linke Chaoten. Diese unhaltbaren Zustände riefen unser Soffin-Chef, Herrn Rehm, zu einem energischen Eingreifen auf. Unmissverständlich stellte er klar, dass zwar die Aktionäre der HRE Störfeuer sind, aber dennoch die besseren Eigentümer bleiben. So kehrte flugs wieder Ruhe ein. 100 Milliarden Euro zu verspekulieren kann schließlich jedem einmal passieren. Zum Glück hat das Management der HRE vorgesorgt und eine systemische Vollkasko-Versicherung bei unseren Finanzminister persönlich abgeschlossen. Ansonsten hätte am Ende wirklich ein Schaden entstehen können!

Mit allem Recht und allem Stolz darf daher unsere Kanzlerin heute mit markigen Worten verkünden:

«Die Bankenrettung ist im Wesentlichen so einigermaßen gelungen»

Ja, eine wirklich historische Leistung! Mit ihrem unnachahmlichen Elan wird sie noch die letzte fehlende Hürde im Bankenrettungskonzept meistern: die Bad Banks!

Schließlich ist er immer noch in den Bankbilanzen, dieser toxische Müll der krisenverursachenden Finanzderivate. Finanzminister Peer Steinbrück hat uns auch schon den Trick verraten, wie er diesen Müll mit Bad Banks kostenlos entsorgen kann. Und wahrlich, die Abgeordneten haben unserem Minister auf die Finger geschaut und auf die Einhaltung des Versprechens geachtet. Wie gut das Bad Bank Gesetz letztendlich geworden ist, sieht man schön an der strikten Ablehnung der Banken. Denn eines ist klar, diese Nicht-Kosten des Konzepts möchten die Banken einfach nicht bezahlen. “Wo soll dieses Geld denn herkommen?”, fragt daher der Unions-Politiker Bernhardt vollkommen zu Recht. Und verständlicherweise können unsere Politiker den unschuldig dreinschauenden Finanzzockern das mühsam ergaunerte Geld nicht einfach wieder für die Rettung des Finanzsystems wegnehmen. Die Verantwortung für die Verantwortungslosigkeiten in diesem Land trägt schließlich allein der treue Michel. Wir wissen auch schon genau, was wir zu tun haben: Wir müssen unseren Geldbeutel und noch die von unseren Kindern und Kindeskindern aufmachen, damit unsere Politikern in diesen schweren Krisenzeiten einen leichteren Zugriff auf unser Geld haben. In diesem Fall machen wir das besonders gerne, denn schließlich war es ja auch unser angelegtes Geld, das im Finanzcasino verspielt wurde.

Daher fordere ich dringend ein überarbeites Bad Bank Konzept für unsere armen Good Banks! Nach reiflicher Überlegung möchte ich einen eigenen Vorschlag unterbreiten: Der Staat sollte alle toxischen Papiere in Bad Banks einlagern und den Banken im Gegenzug für dieses Geschenk eine staatliche Einlage mit einer garantierten 25 % Rendite inklusive eines exklusiven Bad-Bänker-Boni für die entgangene Leistungen der Finanzmanager spendieren.
Dies ist das einzige Bad Bank Konzept, das unser Finanzsystem retten kann - es ist nämlich alternativlos! Ebenso alternativlos wie das Finanzcasino, die Weiter-so-Krise-weiter-so-Politik oder der Friedensnobelpreis für G. W. Bush!



3. Juni 2009 von stillewasser | Kategorie Finanzkrise Hofberichtblogging Politik Satire Wirtschaftskrise
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