Der Krieg wird verloren
Die NATO ist dabei, den Krieg in Afghanistan zu verlieren. Für die Merheit der Deutschen, die diesen Krieg ablehnen, ist diese bedrohliche und immer konkreter werdende Befürchtung wohl keine neue Erkenntnis. Eine vor kurzem veröffentlichte Studie hoher britischer Militärs gelangt ebenfalls zu dieser schlichten Erkenntnis.
Die aktuelle Strategie Obamas wirkt ambivalent, zu einem erkennt er, dass der Krieg nicht mit militärischen Mittel zu gewinnen sei, auf der anderen Seite werden die Truppen erhöht, die militärischen Aktionen und Offensiven ausgeweitet, sowohl in der Intensität als auch räumlich auf das Nachbarland Pakistan.
Der Einsatz der Bundeswehr wird pflichtgemäß weiter ausgeweitet, obwohl nach Ansicht Jungs noch immer kein Krieg herrscht. Die Begründung klingt logisch, denn die Taliban “wollen, dass wir von Krieg sprechen, dann sind sie Kombattanten und können auch berechtigterweise auf uns schießen. Aber sie sind Verbrecher, sie sind Terroristen und es ist kein Krieg”, sagte Jung dem Spiegel. Viele sehen das anders, zum Beispiel sind aus Sicht der Versicherer die Soldaten am Hindukusch einem aktiv Kriegsrisiko ausgesetzt und sie verweigern daher im Todesfall die Zahlung. Zunehmend gerät auch Steinmeier in der Afghanistanfrage in die Defensive und möchte daher eine Diskussion über eine Exit-Strategie am liebsten abwürgen.
Wie immer ist die Kriegslogik stärker, ein Abzug mit “Gesichtsverlust” würde die NATO und insbesondere Amerika empfindlich schwächen, sie würden ihre Glaubwürdigkeit verlieren, zudem wäre es das Ende der amerikanischen Militärführerschaft in Europa.
Na denn, bleibt nur noch eines zu sagen: weiter-so! Aber das pathoslose Volk muss noch lernen, sich für diesen Nicht-Krieg ohne Exit-Strategie zu begeistern.
6. Juli 2009 von stillewasser |
Kategorie Krieg USA
Schlagworte Afghanistan AfPak Barrack Obama Bundeswehr NATO
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