Linke Link-Ökonomie
Das Internet ist ein rechtsfreier Raum, aber das kann ein rechtschaffener Mann wie Hubert Burda nicht so einfach hinnehmen. Mutig macht sich der bekannte Verleger auf zu einem Kreuzzug gegen das Machtzentrum des Bösen im Netz: Google & Co.! Wortgewand klagt er an, dass Suchmaschinen mit ihrer linken “Link-Ökonomie” überproportional von den teuer erstellten Inhalten der Medien profitieren. Ihre üblen versklavten Helfer, die Crawler, schleichen durch alle Datenleitungen und sammeln und sie verwerten alles, was sie in die Finger bekommen können und - das ist ja das Schlimme - bezahlen nichts für ihre virtuellen Raubzüge! Jedoch, es gäbe einen einfachen Schutz vor dieser Plage: die Medien könnten ihre Webangebote mit ein paar Zeilen Programmcode schützen. Sie müssten in ihrer robots.txt folgende Zeilen hinzufügen und sie hätten vor Suchmaschinen und lästigen Besuchern absolute Ruhe:
User-agent: *
Disallow: /
Wahlweise könnte auch ein Stoppschild vor den Internetseiten unserer netzphobischen Medienelite aufgestellt werden. Das dumme Internetvolk muss nämlich dringend vor einer Überdosis an Qualitätsjournalismus beschützt werden.
[update] In Fragen des Geldes und der Macht der Medien muss natürlich auch Springer mitspringen und fordert eine Zwangsabgabe auf Computer. Mit diesen in einem stetig steigenden Stakkato vorgetragenen Forderungen nach Subventionen des Qualitätsjournalismus setzt sich der Perlentaucher auseinander und belegt, dass es sich hierbei nur im die Sicherung von Pfründen und der Erhaltung überkommener Geschäftsmodelle handelt. [/update]
[update] Der DJV-Bundesvorsitzender Michael Konke bläst in das gleiche Angriffshorn auf Google wie Burda. Google hat aufgrund dieser merkwürdigen Attacken aus dem alten Europa in einem Blogbeitrag den Verlegern empfohlen, ihre robots.txt zu ändern ![]()
[/update]
(via chefarztfraulicher:beobachter)
2. Juli 2009 von stillewasser |
Kategorie Medienkritik Satire
Schlagworte Hubert Burda Internet Kulturkampf rechtsfreier Raum













