Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Konzerne
Wie sieht eine ordentliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahme aus? Ich schaue, dass die Arbeit oder der Auftrag für den Dienstleister maßgeschneidert ist. Die Bundesagentur für Arbeit wird in dieser Disziplin ihrer Vorbildfunktion wahrlich gerecht: Die Bundesbehörde bestellt neue Computer für ihre Mitarbeiter. Die geschätze Abnahmemenge beträgt stolze 170.000 Computer, ganze 10.000 Computer mehr als die Behörde Mitarbeiter hat. Die Anforderungen sind erstaunlich hoch gesteckt, wie 4 GB Arbeitsspeicher oder 8 USB-Steckplätze.
Die Vergabekriterien des Großauftrags muten etwas seltsam an. Leistet in der Bundesagentur der Praktikant etwa ebenso viel wie der Chef der Behörde? Steigen die Hardwareanforderungen aufgrund moderner Software für Zahlenspielereien? Oder gibt es andere Hintergründe?
Die Antwort ist einfach. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme muss auf die Krisenlage der notleidenden Konzerne abgestimmt werden. Eine übliche Stückelung eines solchen Auftrages oder eine Herabsenkung der Kriterien hätte ansonsten noch mittelständische Unternehmen dazu veranlasssen können, um diesen Auftrag zu konkurrieren. Dies hätte das Ziel der Arbeitbeschaffungsmaßnahme ad absurdum geführt. Nur Konzerne sind in der Lage, den Auftrag mit Kurzarbeit zu finanzieren und nach Auftragserfüllung eine Entlassungswelle anzustoßen und so alle Mittel der Bundesagentur für Arbeit optimal auszuschöpfen.
Lesenswerte Links zum Thema:
- Bundesagentur bestellt Edel-Rechner für alle
Hightech für die Jobvermittler: Die Bundesagentur für Arbeit hat bis zu 170.000 neue Computer bestellt - doch der Großauftrag sorgt für Empörung. Die Ausschreibung verlief nach fragwürdigen Vergabekriterien, laut Kritikern sind die Hochleistungsrechner völlig überdimensioniert.
6. August 2009 von stillewasser |
Kategorie Politik Satire Wirtschaftskrise
Schlagworte Bundesagentur für Arbeit Konzerne Steuern
Keine Kommentare möglich.













