Hofberichtblogging (3): Boni für die Bänker!
Die Finanzkrise ist gottlob überwunden und die Banken können wieder zocken. Herausragende Banken, wie JP Morgan, waren selbst im zurückliegenden Krisenjahr in der Lage, ihren 1.144 Millionären den Lebenstandard zu sichern. Das ist eine positive Nachricht in schweren Zeiten. Leider gibt es, wie immer im Leben, Neider und Nachtreter, die anderen Menschen einen solch verdienten Erfolg nicht gönnen können. So stellt Lisa Nienhaus in der FAZ die frevelhafte Frage:
“Warum verdienen Banker so irre viel Geld?”
Dabei ist die Antwort doch so einfach: Bänker sind nicht nur der kernschmelzende Mittelpunkt unserer Welt, nein, als Dreh- und Angelpunkt unseres modernen Lebens drehen sie unsere Erde. Wer sich dessen nicht mehr gewahr ist, der erinnere sich einfach zurück an die Lehman-Pleite: Jeder konnte das deutliche Ruckeln spüren, als an diesem Tag die Erde für einen Sekundenbruchteil stehen blieb. Bänker drehen das Roulette im Finanzsystem und die Welt dreht sich mit. Diese Co-Abhängigkeit muss alternativlos bestehen bleiben, nur so kommen wir uns im Kreis drehend voran.
Eines ist sicher, das Finanzkasino wird sich nach der Krise schneller drehen als jemals zuvor. Alles muss noch schneller werden, wir müssen an einem Tag mindestens fünf Jobs erledigen. Das nötige Antriebs- und Schmiermittel für diesen Kreisel des unerreichbaren Glücks ist das liebe Geld. Unsere Bänker brauchen daher immer mehr davon, im Grunde also alles.
Bänker sind nicht nur der Motor unserer Gesellschaft, sie sind auch der Kitt, der Oben und Unten zusammen hält. Ohne ihr ständiges soziales Engagement wäre unsere postmoderne Gesellschaft längst zerfallen. Es rührt jedes mal mein Herz, wenn ich dabei an die grenzenlose Fürsorge der Bänker denke. Sie legen unser mühsam vom Munde abgesparte Geld für unsere Altersvorsorge zum Wohle aller an und spekulieren damit hemmungslos an den Rohstoffmärkten. Warum? Damit wir einen verantwortungsvollen und schonenden Umgang mit den wertvollen Gütern unserer Erde lernen und wir auch noch im Alter ein paar Tropfen Öl und andere Rohstoffkrümel zum Leben haben. In ihrer Selbstlosigkeit verstecken sie ihre gute Seite unter dem Deckmantel der Raff- und Profitgier vor uns. Bisher konnte nur ich diesen tiefen Blick in die gütigen Augen der Bänker bis in ihr Gutmenschenherz werfen.
Wir müssen unseren Politikern unendlich dafür dankbar sein, dass sie unseren Bänkern in der Krise beistanden. Selbst unsere Kind und Kindeskinder werden sich an diese Tat erinnern. Ohne den mutigen Griff in die Staatskasse wären die Bänker bonilos und unsere Kinder schuldenlos geworden. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem mein Kind mich fragt: “Wann bekomme ich endlich mein Auto!” und ich ohne schlechtes Gewissen antworten kann: “Dein Auto hast du doch schon, es fährt nur dein Bänker!”.
Ist es daher zuviel verlang, wenn wir den Göttern des Geldes all unser Erspartes opfern? Schließlich geben sie uns das Geld und nehmen es sich wieder! Für uns Geldgläubige bleibt nur, diesem göttlichen Treiben staunend zuzuschauen.
So funktioniert unsere Welt, die wir nach dem Abbild des Gottes Mammon erschaffen haben.
Lesenswerte Links zum Thema:
2. August 2009 von stillewasser |
Kategorie Finanzkrise Hofberichtblogging Satire
Schlagworte Gutmensch JP Morgan Lehman Brothers Lisa Nienhaus Spekulation TINA
2 Antworten zu “Hofberichtblogging (3): Boni für die Bänker!”
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gesinnungslos » Links (03.08.2009)
3. August 2009 um 19:53[...] - SZenso: Boni für die Bänker! [...]
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Casino Roulette
12. September 2009 um 23:12Lustig, ich hätte garnicht gedacht das das *wirklich* so funktioniert. Komische Welt.













