Hofberichtblogging (7): So nicht!
In das Geheimnis des Hofberichtblogging würde gerne niemand eingeweiht werden, daher dachte ich mir, ich erzähle einmal etwas mehr über diese ehrlose Disziplin.
Fangen wir ganz schmerzlos an. Zu einer nicht vorhandenen Begabung ist neben fleißigem Stiefellecken eine nicht auf den ersten Blick erkennbare Kunstfertigkeit für das Hofberichtblogging notwendig, die erst in mühevollen und entbehrungsreichen Dienerjahren erworben werden muss. Es ist wirklich nicht einfach, jede Kurve der gewundenen Schleimspur des Elitariats schwungvoll entlang schliddern zu können, um sämtliche Ingredienzen des Hofberichts noch vor der übrigen Journalistenmeute aufsaugen und auf Papier bringen zu können. Wen wundert es da, dass die Tricks und Kniffe des Hofberichtbloggings gehütet werden wie offene Geheimnisse.
Begeben wir uns erstmal auf den Boden der Tatsachen, um die Kunst des Schleimspurenlesen zu erlernen. In unserer ersten Lektion werden wir anhand eines Negativ-Beispiels sehen, wie man bereits den Anfang der Schleimspur vollkommen verfehlen kann. Es ist kaum zu glauben, dass dies Hierzulande möglich ist, denn jeder von uns Hofberichtblogging-Lehrlingen beherrscht diese Fertigkeit intuitiv. Richtig, daher musste ich auch auf einen Qualitätsjournalist mit Migrationshintergrund zurückgreifen, einem Reporter aus den Niederlanden, der eben zu dieser typisch deutschen Art der Berichterstattung noch nicht fähig ist. In einer brutalen, unzensierten YoutTube-Dokumentation ist zu sehen, wie der ausländische Reporter im Fettnäpfchenminenfeld der deutschen Medienlandschaft einen heftigen Eklat auslöst.
Schauen wir uns dieses journalistische No-Go einmal genau an:
(via Spiegelfechter)
So geht es wirklich nicht! Zum Glück konnte unsere bessere Hälfte des neuen Dreampairs diesen Faux-Pas des ungehobelten Journalisten gewohnt souverän und professionell managen. Dennoch konnte eine gefährliche zwischennationale Belangloskeit nicht vermeiden werden, die Konsequenzen aus diesem journalistischen Skandal werden für unser Nachbarland, wie aus der kreisenden Regierung zu erfahren ist, äußerst hart sein. Als Sanktionen sind derzeit eine extra Wohnmobil-Maut mit Gelb-Kennzeichen-Zuschlag und die schon lange geforderte Gouda-Käse-Loch-Steuer zur Sanierung unseres maroden Staatshaushalts im Gespräch.
Am Ende ist es also nicht nur ein lehrreiches Leerstück, sondern auch ein lohnendes.
Lesenswerte Links zum Thema:
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Ein lesenswertes Interview mit Rob Savelberg auf Welt Online.
25. Oktober 2009 von stillewasser | Kategorie Hofberichtblogging Politik Satire
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