Armenimpfung für das Gesundheitssystem
Der Zustand unserer Politik zeigt sich am deutlichsten im Gesundheitssystem. Sie ist infiziert vom dem Glauben, dass Kosteneffizienz nicht krank macht. Ein nicht übersehbares Symptom dieser Erkrankung ist der Gesundheitsfond.
Diese bisher größte bürokratische Wucherung soll nun endlich bekämpft werden. Wieder einmal sind es die explodierenden Kosten im Gesundheitswesen, die einen Handlungs- bzw. Reformdruck alternativlos erzwingen. Nicht das die Reform den Reformdruck bremsen würde, nein, sie muss ihn im Gegenteil verschärfen. Denn Ausgabenkürzungen würde die subentionierte Dauerhochkonjunktur der Pharmaindustrie abwürgen und zu unverantwortlichen Einschnitten in das elitariatäre Klientel der FTP führen. Auch die Massenimpfung der im Massenprekariat gehaltenen Bürger ist nur ein konjunktureller Pieks für die kränkelnde Branche und daher keine dauerhafte Lösung. Dabei liegt die Heilung des siechenden Gesundheitssystems doch so nahe. Unser neuer Gesundheitsminister darf sie auch sogleich verkünden:
“Es wird in jeder Gesellschaft einen Ausgleich geben müssen zwischen Arm und Reich - aber eben nicht im Gesundheitssystem.”
Was für ein Satz! Ich bin mir sicher, er wird in die analsten Analen des Neoliberalismus eingehen. Ja wo kämen wir da hin, wenn der Starke für den Schwachen einstehen müsste? Am Ende schaffen wir uns noch einen gutmenschlichen Streichelzoo -brrr.
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13. November 2009 von stillewasser |
Kategorie Politik Satire
Schlagworte FTP Gesundheitswesen Philip Rösler TINA
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