Hofberichtblogging (8) … goes mainstream
Wenn ich in den Spiegel schauen, wird es mir zunehmend unangenehm. Das liegt weder an mir noch an meinem Alter, sondern an der sinkenden Qualität der Zeitschrift. Das einstige journalistische Flaggschiff verkommt zusehends zu einer Boulevardzeitung, das im wesentlichen aus weichgespültem neoliberalen Mainstream besteht. Der kritisch investigativer Journalismus spürt nur noch den Klischees der Randgruppen nach, das Elitariat hingegen wird hofiert.
Dieser bedauernswerte Zustand hat eine Auffälligkeit erreicht, die selbst Qualitätsjournalisten nicht mehr negieren können. Der Bericht im Spiegel über die Afghanistanreise unseres Verteidigungsministers Guttenberg wird in der FAZ so kommentiert:
„Hofberichterstattung” ist gar kein Ausdruck. Sieht man genauer hin, dann fällt auf, dass Karl-Theodor zu Guttenberg für blanke Selbstverständlichkeiten gepriesen wird.
Es freut mich sehr, dass die Journalisten endlich Kritik am Kritikwürdigen üben. Ihr dürft übrigens gerne diese Serie für mich fortführen, lasst mich einfach noch über das Elitariat lästern und ich bin glücklich
Lesenswerte Links zum Thema:
- Unterwürfiges Sturmgeschütz
- Guttenberg, selbstleuchtend
Wer dachte, SPON’s Hofberichterstattung sei nicht mehr zu toppen, der lese einfach mal diese Stilkritik des Verteidigungsministers zur Afghanistanreise - ein unglaubliches Armutszeugnis des Qualitätsjournalismuses
Alle Achtung! Die SZ demonstriert eindrucksvoll, wie satirisch gut Hofberichterstattung sein kann.
14. November 2009 von stillewasser |
Kategorie Hofberichtblogging Medienkritik SZ Watch Satire
Schlagworte Karl-Theodor zu Guttenberg
2 Antworten zu “Hofberichtblogging (8) … goes mainstream”
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Peleo
16. November 2009 um 18:38SZ: Ist doch SATIRE. Und die darf alles, sagt (glaube ich) Tucholsky.
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stillewasser
16. November 2009 um 18:58@Peleo
Stimmt, habe ich zuerst wirklich nicht gemerkt und habe zu sehr dem Alpha-Blogger Lobo vertraut: http://saschalobo.com/2009/11/14/kurt-kisters-gloriose-intestinade/
Und dass Satire alles darf, hoffe ich doch sehr













