Die Fabrik im Wohnzimmer
Eine Fabrik im Wohnzimmer? Das ist ein schon mehr als merkwürdiger Gedanke. Eine Fabrik ist laut und schmutzig und hat zuhause nichts zu suchen! Der Digital Fabricator ist ein computergesteuerter 3D-Drucker, der Gegenstände aus Kunststoff produzieren kann. Und das leise und sauber und in den eigenen vier Wänden. Fiction? Nein. Unglaublich? Ja ![]()
Elektrischer Reporter – Fabbing: Ich drucke mir meine Welt
Damit steht der Produktion 2.0 nichts mehr im Weg: Von der Idee, deren Entwicklung, bis hin zur Produktion, der Vermarktung und dem Vertrieb kann alles von zu Hause mit dem Computer, einer Mini-Fabrik und dem Internet gesteuert werden. Der Konsument wird zum Produzent. Eine vollkommen neue Prodktionsweise, die Mini-Fabrik kann irgendwann sogar ihren eigenen Nachfolger herstellen!
Mit diesem Schritt erreicht der synergetische Sturm, den das Internet entfacht hat, auch die dingliche Welt. Nur im Internet lassen sich schnell und flexibel Strukturen mit engagierten Menschen bilden, um eine Idee - sei sie auch noch so verrückt - in die Realität umzusetzen. Ich bin mir sicher, mit der Kreativität, welche diese Netzwerke entwickeln, können die schwerfälligen, dinosaurierartigen Strukturen der heutigen Konzerne nicht mithalten.
Wie könnte eine realistische Entwicklung dieser revolutionären Produktionsweise aussehen? Ich denke, zuerst wird das Modding, das eher nutzlose Verschönern von Alltagsgegenständen, als Spielwiese entdeckt werden. Sehr interessant sind auch die Möglichkeiten, Ersatzteile produzieren zu können, die nicht verfügbar oder nur sehr teuer sind. Bis zur Produktion fertiger Gegenstände, wie es Star Trek Fans vom Replikator schon kennen, ist es noch ein langer Weg. Wird dieses Ziel erreicht, wären selbst große Produkte realisierbar. Es müssten sich nur die Leute zu einer Gemeinschaftsproduktion zusammen schließen.
Warum bin ich von dieser skurilen Zukunftsvision überzeugt? Diese revolutionäre Produktionsart hat einen wesentlichen Vorteil gegenüber der heutigen: sie ist unschlagbar billig! Der Konsument kann von der Entwicklung bis zur Prodktion an allen Prozessen teilhaben oder sogar vollständig autark durchführen. Im Idealfall muss er daher nur für die Materialkosten aufkommen.
Noch ist der Makerbot etwas unscheinbar und die Ergebnisse sind oft nur Spielerei, aber genau so fangen revolutionäre Entwicklungen an.
20. Februar 2010 von stillewasser |
Kategorie Fundstücke
Schlagworte Elektrischer Reporter Fabbing Makerbot
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