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Lernen aus der Finanzkrise?

Die Kugel im Finanzkasino rollt wieder, die Finanzspekulationen gehen weiter-so wie vor der Krise. Welche Konsequenzen wurden bisher aus der Finanzkrise gezogen? Eine gute Frage, machen wir einen kurzen Check: Sind die Leerverkäufe in Deutschland noch verboten? Nein. Wird der Verbriefungsmarkt reglementiert? Kaum. Ist jede Bank immer noch systemrelevant? Na klar! Wurden die Bankbilanzen bereinigt? Etwas Make-up muss reichen.
Hm, kein sonderlich berauschendes Ergebnis. Wie wäre es dann mit dem ganz großen Wurf? Der Besteuerung von Finanztransaktionen, der sogenannten Tobin-Steuer? Die Argumente sind doch überzeugend:


(via fr-online)

Ein YouTube-Clip über einen einsichtigen und nicht zu 100-Prozent von Gier zerfressenen Bänker - das klingt irgendwie nach Grimms Märchen ;-)

[20.02. update] Jetzt habe ich zum Video auch die entsprechende Kampagne gefunden. Ihr könnt euch in eine internationale Unterstützerliste für eine Finanztransaktionssteuer eintragen. Die Liste der Erstunterzeichner ist wirlich beeindruckend. Und wenn ihr gerade dabei seid, schickt doch wahlweise an Frau Merkel, Herrn Westerwelle oder Herrn Seehofer eine E-Mail ;-) Ich hoffe sehr, dass die Kampagne erfolg hat! [/update]


16. Februar 2010 von stillewasser | Kategorie Finanzkrise Fundstücke Neoliberalismuskritik
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5 Antworten zu “Lernen aus der Finanzkrise?”

  1. Peleo
    17. Februar 2010 um 22:41

    Die Tobin-Steuer würde den Turbo im Casino-Kapitalismus zumindest etwas bremsen - und dringend benötigtes Geld in die Staatskassen bringen.

    Allerdings habe ich irgendwo gelesen, dass selbst ihr Erfinder Tobin nicht mehr dazu stehe, bei Wikipedia habe ich dazu nichts gefunden. Weiß jemand mehr darüber?

  2. stillewasser
    17. Februar 2010 um 23:08

    @Peleo
    Vielleicht geht es um den Streit, was mit den zusätzlichen Steuereinnahmen passieren soll. James Tobin wollte sie zur Finanzierung der Weltbank verwenden, Attac und die anderen “Weltverbesserungs-Revoluzzer” wollen es hingegen für “gute Zwecke” einsetzen.
    Das Ziel der Steuer war immer das Eindämmen der Devisenspekulationen:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,154668,00.html

  3. Peleo
    19. Februar 2010 um 22:01

    @ stillewasser

    Sehr interessant, danke für den Link.
    Aber ob er Greenspan heute auch noch so loben würde?

  4. stillewasser
    21. Februar 2010 um 16:52

    @Peleo
    Interessant wäre auch, ob James Tobin seine Abneigung gegen die Revoluzzer abgelegt hat, das glaube ich aber nicht :-)
    Greenspan im Nachhinein zu kritisieren, ist leicht und viele namhafte Ökonomen machen dies auch. Dass jedoch die Ideologie des billigen Geldes von Greenspan soviel Befürworter hatte, obwohl es nur eine Ideologie des billigen Geldes ist und mehr nicht, erschreckt mich und beweist in meinen Augen, dass die Ökonomen keine Ahnung von ihrer Materie haben.

  5. Finanzservice
    22. Februar 2010 um 13:42

    An sich ist eine solche Tobis-Steuer nichts verkehrtes, um die wahnwitzigen Finanzakkrobaten auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen.

    Aber im Grunde kann da jeder einzelne darauf Einfluß nehmen, indem er nicht vor Renditeblindheit seine Habseeligkeiten in wahnsinnig lukrative und risikobehaftete Investitionen presst.

    Eine Rendite kann auch mit den herkömmlichen Methoden erzielt werden, denn stetiger Tropfen höhlt den Stein.

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