Neues aus dem Elitariat (7): moralischer Wendekreis
Die etwas angestaubte geistig moralische Wende kommt langsam wieder in Schwung. Das wurde auch Zeit, denn in einer Weltwirtschaftskrise kommt die Moral erst nach dem Fressen - wie dekadent ist das denn?
Es bedarf eines gefestigten moralischen Gerüstes, die niederen menschlichen Bedürfnisse zum Wohle des Elitariats zurück zu stellen. Bereits unser Ehrenelitariat Kohl hat diesen beschwerlichen und mühsamen Weg angepriesen, den er selbst nie gegangen ist.
Jetzt ist es genau die richtige Zeit, um die verstaubten und altbackenen Tugenden und Werte aus der Mottenkiste zu holen.
Die katholische Kirche muss sich heftiger Kritik stellen und sie macht das vorbildlich. Unser erfolgreicher Wir-sind-Papst-Export, Benediktder XVI., schreibt einen Hirtenbrief an seine Schäfchen, weil sie etwas zu viel mit ihren Lämmleins spielen. Schuld an dieser Misere sind natürlich wie immer die Egoschaf- und Killerlämmerspiele.
Das ist ein meisterhaftes Lehrstück, wie Moral funktioniert: ist ein Sündenbock für eigenes Fehlverhalten gefunden, ist die Welt wieder in Ordnung.
Der zweite Elitariat, der sich nach langer Versenkung zu Wort meldet, ist unser Bundespräsident. Während sich unser Land mit Nebensächlichkeiten, wie der höchsten Neuverschuldung im Zeichen der Weltwirtschaftskrise, der Sozialstaatsdebatte oder dem Wachstumsmurksgesetz herumschlägt, passierte im Schloss Bellevue eine kleine Panne: der Bundespräsident war verschwunden! Er sollte an irgendeinem Rednerpult stehen, aber keiner wusste mehr an welchem. Dann kam die erlösend Nachricht: Horst Köhler war die ganze Zeit im Wartezimmer des Focus. Er durfte dann wieder Heim gehen, er musste vorher nur ein kurzes Interview geben.
Wie immer verkündete er den bei solchen Anlässen üblichen Weckruf: Vergesst die Mitte nicht! Und wie immer lautet das Rezept: gebt das Geld dem Elitariat, damit es dann für alle das Paradies auf Erden schafft.
Die moralische Welt ist so herrlich naiv und schlicht - einfach wunderbar!
Was macht eigentlich unser Moralinprediger Guido? Sein Schweigen hat diesmal einen ernsten Hintergrund. Ihm ist klar geworden, wie moralisch verwerflich ein schwuler Außenminister für unser Land ist. Er gelobt Besserung und möchte sich in seine Chefin verlieben.
21. März 2010 von stillewasser |
Kategorie Elitariat Satire
Schlagworte geistig-moralische Wende
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