Wir werden reicher!
Wieder einmal entzaubern die NachDenkSeiten einen dieser unsäglichen neoliberalen Mythen:
wir müssen nicht sparen, denn wir werden immer reicher!
Wie jeder - naja fast jeder - weiß, wachsen unsere Staatsschulden rasant, doch die wenigsten wisssen und ich wusste es bisher auch nicht:
unser Vermögen wächst schneller als die Staatsschulden!
Und solange das der Fall ist, stellen die Staatsschulden keine gravierende Gefahr dar - auch nicht für unsere nachfolgenden Generationen! Im Gegenteil: unser Geldsystem benötigt einen Schuldner. Würde es von heute auf morgen keinen Schuldner geben, würde unser Kreditsystem in sich zusammen fallen.
Wir brauchen also Schulden und der Staat hat gegenüber dem privaten Schuldner ein paar offensichtliche Vorteile, er ist zuverlässiger und weitaus stabiler. Statt wie gebannt auf die Schulden zu schauen, ist es für die Zukunft wichtiger, für eine innovative und moderne Gesellschaft mit einer gesunden Wirtschaft zu sorgen.
Übrigens, die Maastricht-Kriterien entstammen keiner ökonomischen Theorie, sondern sind das Produkt elitärer Befindlichkeiten zum Zeitpunkt der Eurogründung. Wie unsinnig diese Kriterien sind, zeigt Japan. Das Land hat ein Staatsdefizit von über 200% und liegt somit über dem 3-fachen der Maastricht-Kriterien und hat dennoch keinerlei Probleme, sich am Finanzmarkt mit Krediten zu versorgen.
Die Maastricht-Kriterien als Grundlage für unsere zukünftige Entwicklung heran zu ziehen, ist einfach nur verrückt. Lassen wir diese alterstarrsinnigen Geister zurück und trennen wir uns vom kleinkarierten Bild der schwäbischen Hausfrau. Das meine nicht nur ich, sondern im Grunde außer Deutschland der Rest der Welt, so auch einer der erfolgreichsten Hedgefonds-Manager George Soros.
Lesenswerte Links zum Thema:
23. Juni 2010 von stillewasser |
Kategorie Neoliberalismuskritik Sozialstaatsdebatte Wirtschaftskrise
Schlagworte George Soros
2 Antworten zu “Wir werden reicher!”
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Markus
24. Juni 2010 um 13:59Heute scheibt auch noch mal Weissgarnix zum Thema: http://www.weissgarnix.de/2010/06/24/ich-sags-noch-mal-vergesst-die-staatsschulden/
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stillewasser
24. Juni 2010 um 15:12@Markus
Danke für den Link!
Im Grunde sind die Schlachten um die Staatsschulden nur Stellvertreterkriege. Diese verursachen, leider wie immer, eine hohe Anzahl an Kollateralschäden.













