Hofberichtblogging (17): Wulff im Schafspelz
War das eine spannende Bundespräsidentenwahl! Keiner konnte doch ahnen, das wirklich das im voraus feststehende Ergebnis eintreten würde! Und es grenzt doch an eine wissenschaftliche Sensation, dass die Totenstarre der schwarz-gelben Regierung langsam in einen sichtbaren Verwesungprozess über geht. Allein die Linke sorgte an diesem historischen Abend für eine Überraschung und wählte so wie sie es angekündigt hatte. Dabei hatte sie die einmalige Chance, die Mathematik außer Kraft zu setzen: wenn jemand mit absoluter Mehrheit gewählt wird, ist das noch lange keine demokratische Entscheidung!
So, jetzt kehrt langsam wieder die politische und mediale Routine ein und das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl kann professionell kommuniziert werden: Wulff ist der bessere Hotte!
Hm, was ist eigentlich mit dem anderen Kandidaten? Wie war nochmal gleich der Name? Ach ja, Gauck, der Bundespräsident der Herzen. Hach, das ist doch das Angenehme am alzheimernden Michel, er vergisst so schnell, sogar noch schneller als die Journaille.
Bald wird sich keiner mehr an Gauck erinnern, der noch vor kurzem das Zentrum der bürgerlichen Mitte, der Inbegriff der Versöhnung und Aufarbeitung oder schlicht der Übervater des Politikolymp war - aber all das endete mit dem dritten Wahlgang. Jetzt fallen all diese schönen Eigenschaften Kraft der Medien dem neuen Präsidenten zu. Einfach ein paar Jubelbilder um etikettieren und Wulff wird zum gefeierten Medienstar.
Schauen wir nicht mehr zurück, denn ein solcher Blick ist immer ohne Hoffnung. Es könnte ja wirklich sein, dass der Lieblingsschwiegersohn aller Lämmermütter doch noch sein Schafspelz ablegt und sein Andenfreund Koch unter dem wohlwollenden Schutz des Präsidenten den politischen Merkelmord wagt.
Die Zeichen stehen gut, denn die Medien wollen das Blut der Regierung sehen solange es rot ist und es sich noch nicht mit den schleimigen Fäulnisflüssigkeiten der im Amt verwesenden Regierung vermischt hat.
2. Juli 2010 von stillewasser |
Kategorie Medienkritik Politik Satire
Schlagworte Christian Wulff Joachim Gauck Roland Koch
2 Antworten zu “Hofberichtblogging (17): Wulff im Schafspelz”
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Guardian of the Blind
2. Juli 2010 um 12:29Schon am Wahlabend haben ja alle Medien begonnen, auch sofort zu propagieren, dass Wulff ja “ein genauso guter” Präsident wäre. Wieso wird der überhaupt immer als Musterschwiegersohn oder so bezeichnet, mit 51?
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stillewasser
2. Juli 2010 um 12:36@Markus
Für über 70zigjährige, die Zielgruppe der Qualimedien, ist 51 noch ganz schön knackig













