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unabhängig - medienkritisch - mit Spuren von Satire

Zurückbeis(s)en (1): Die Motivation des Geldes

zurueckbeissenIn einem lesenswerten Artikel verteidigt Marc Beise auf der Süddeutschen die Billiglöhner. Dies ist auch überfällig, denn beim Ausbau des Niedriglohnsektors wurde so einiges falsch kommuniziert. Der aktuelle Sicherheitsskandal auf dem Münchner Flughafen hat diesen Missstand schonungslos offen gelegt. Marc Beises Nachhilfe in Sachen Neoliberalismus ist daher überfällig. Insbesondere ein vermutliches Fehlverhalten der Billigsicherheitslöhner soll dem gewöhnlichen Fluggast und nichtsahnenden Terroristen seine Unschuld belassen haben. Wieso blieb eigentlich die in den Ausbildungsdrehbüchern beschriebene Schießerei aus? Wieso explodierte das als Bombe identifizierte Laptop nicht mit cineastischen Pyroeffekten bereits effektvoll im Scanner?


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SZ meets Web-Idiotae

idiotaEs gibt Schranken, die müssen einfach geschlossen bleiben, zum Beispiel ist die Blut-Hirn-Schranke eine solche. Es wäre ja auch echt blöd, wenn sich das Hirn einfach in die Blutbahn ergießen würde. Eine weitere sinnvolle Schranke ist die zwischen den gehaltvollen Qualitätsmedien und dem ach so schrecklich rechtsfreien und chaotischen Internet. Hier werden selbst kleinste Übertretungen sofort bestraft.
Das musste die Süddeutsche erfahren, als sie ihr neues iPhone Applet viral vermarkten wollte. Die Strategie, sich das Bloggerlob der Web-Idiotae auf schnöde Weise zu erkaufen, erntete viel Spott. Qualität ist schließlich nicht käuflich - außer man ist Minister bei der FDP oder eben Kommerz-Blogger. Inzwischen wurde diese Aktion eingestellt und die Social Media Agentur Trigami nahm die Schuld auf sich. Wie problematisch diese pikante Geschichte ist, erklärt Thomas Stadler auf seinem Law-Blog: es könnte sich um unerlaubte Schleichwerbung handeln.
Wie gut, dass es im Internet solche Bezahlschranken gibt. Wenn einfach jeder jeden bezahlen dürfte, wäre das doch glatt Anarchie. Und eine solche Querfinanzierung des Graswurzeljournalismusses  verstößt mindestens gegen 8 verschiedene Paragraphen des Qualitätsjournalismusethos - und das ausgerechnet von der SZ! Es ist besser wenn die Qualitätsmedien ihre Inhalte mit Bezahlhürden beschränken. Das hat seine Berechtigung, ebenso wie die gegenseitige Ausschränkung von Blogosphäre von der umschränkten Qualität des unbezahlbaren Journalismus. Wem das nun zu beschränkt klingt, dem kann ich nur sagen: das ist es auch.
Zum Abschluss noch ein Schlussgeschranke Schlussgedanke. Lassen wir besser die Schranken unten, sonst ergießen sich die Aberbillionen an qualitativen Finanzkapital unkontrolliert und ungehindert in das rechtsfreie Internet. Das kann nun wirklich niemand wollen.


Hofberichtblogging (8) … goes mainstream

guttenbergWenn ich in den Spiegel schauen, wird es mir zunehmend unangenehm. Das liegt weder an mir noch an meinem Alter, sondern an der sinkenden Qualität der Zeitschrift. Das einstige journalistische Flaggschiff verkommt zusehends zu einer Boulevardzeitung, das im wesentlichen aus weichgespültem neoliberalen Mainstream besteht. Der kritisch investigativer Journalismus spürt nur noch den Klischees der Randgruppen nach, das Elitariat hingegen wird hofiert.

Dieser bedauernswerte Zustand hat eine Auffälligkeit erreicht, die selbst Qualitätsjournalisten nicht mehr negieren können. Der Bericht im Spiegel über die Afghanistanreise unseres Verteidigungsministers Guttenberg wird in der FAZ so kommentiert:

„Hofberichterstattung” ist gar kein Ausdruck. Sieht man genauer hin, dann fällt auf, dass Karl-Theodor zu Guttenberg für blanke Selbstverständlichkeiten gepriesen wird.

Es freut mich sehr, dass die Journalisten endlich Kritik am Kritikwürdigen üben. Ihr dürft übrigens gerne diese Serie für mich fortführen, lasst mir einfach noch das Lästern über das Elitariat und ich bin glücklich :-)

Lesenswerte Links zum Thema:

  • Unterwürfiges Sturmgeschütz
  • Guttenberg, selbstleuchtend
    Wer dachte, SPON’s Hofberichterstattung sei nicht mehr zu toppen, der lese einfach mal diese Stilkritik des Verteidigungsministers zur Afghanistanreise - ein unglaubliches Armutszeugnis des Qualitätsjournalismuses
    Alle Achtung! Die SZ demonstriert eindrucksvoll, wie satirisch gut Hofberichterstattung sein kann.

Fahndungserfolg!?

zensurstoppschildDas BKA hat einen Fahndungsaufruf gestartet. Es wurde wieder eines dieser Millionen unvorstellbar grausamen Kinderpornographiefilmen im Internet entdeckt, eben eines dieser Delikte, in dem das BKA eine vom Bundesfamilienministerium ausgesprochene Kompetenz besitzt. Der Verdächtige konnte nicht ermittelt werden, daher war das BKA gezwungen, einen medienwirksamen Fahndungsaufruf mit Bildern und einer Stimmenprobe zu starten. Und siehe da, nach nur einem Tag klickten die Handschellen. Das BKA handelte schnell und konsequent, die Qualitätsmedien standen hilfreich zur Seite, der mutmaßliche Verbrecher konnte gefasst werden und die Welt ist wieder sicher und gut!

Wirklich? Eigentlich schon. Nur, ein paar pikante Details dieser Erfolgsgeschichte fehlen noch: das Video stammt aus dem Jahr 1993, der Verdächtige ist für diese Tat längst verurteilt worden und er lebt nach der Verbüßung seiner Strafe in einem betreuten Wohnprojekt. Der Verdächtige ist nach der Festnahme wieder auf freiem Fuß, da in seiner Wohnung nichts verdächtiges gefunden wurde, nicht einmal ein Computer. Wie allerdings dann das Video ins Internet gelangen konnte, bleibt ein Rätsel.

(via radio-utopie)


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Bundeswehr geht in die Offensive

isafEs ist wieder soweit! Wir dürfen wieder so richtig Töten lernen und in Afgjhanistan in die Offensive gehen! Für unsere Bundeswehr ist es eine Prämiere: es ist der erste offizielle Nichtkrieg mit einem militärischen Angriff!

Es gab auch schon einen ersten Zwischenfall, die Bundeswehr hat einen jugendlichen Afghanen erschossen. Die Staatsanwalt hat in diesem Fall bereits die Ermittlungen aufgenommen. Dieses Vorgehens eines Rechtsstaates entspricht aber nicht einer modernen Behandlung der Soldaten, meint zumindest Stefan Kornelius von der SZ. Schließlich bringen wir die Demokratie nach Afghanistan und dabei dürfen uns  nicht irgendwelche schnöden Paragraphen im Wege stehen. Denn eines ist sicher, in einem Nichtkrieg müssen Kollateralschäden sein und das ist auch gut so, wir haben doch die überhöhte Moral auf unserer Seite! Oder gibt es vielleicht irgendeinen Zweifel, weshalb wir unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen? Naja, ein paar kleinere Einwände gäbe es da schon.

Und eines dürfen wir nicht vergessen, wenn der Abbau der rechtsstaatlichen Prinzipien in Afghanistan ersteinmal gelungen ist, können wir diesen erfolgsversprechenden Modellversuch ganz einfach nach Deutschland importieren. Wenn das keine Win-Win-Situation in Reinform ist!


Die Good Bank Lösung

ZombiebänkerDie Gründung von Bad Banks steht kurz bevor. Peer Steinbrück hat seine Konzepte für die Gründung von Bad Banks unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgelegt. Im Januar sagte derselbe Finanzminister noch über die Gründung von Bad Banks: “Man würde uns für verrückt erklären“. Es gibt noch Politiker, die  in der Krise zu ihrem Wort stehen.


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99 Gründe für den Freeze (7)

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Die Dauerwinterlandschaft auf der Süddeutschen schließt wie gewohnt über die Osterfeiertage die Pforten ihrer Kommentarfunktion. Diese pädagogisch wertvolle Zwangspause lehrt den tastaturverwachsenen Graswurzeljournalisten, diesen sonnig warmen Frühling während den verdienten Freezetagen einmal abseits des Computers zu genießen.

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Die Zeiten des virtuellen Protestierens, wie gegen den Osterfreeze im vergangenen Jahr, sind Schnee von gestern. Virtuelle Zäune für den Internetpöbel - so wie der Freeze - gehören mehr und mehr zum Surfalltag. Den ganzen Schmuddelkram, den unsere Eliten den lieben langen Tag treiben, ist dem zart besaiteten Normalbürger einfach nicht mehr zu zumuten. Die photoshop-polierten Fassaden, die uns ins täglich aufs neue präsentiert werden, haben in der Krise die ersten Risse bekommen. Bevor die Fratzen darunter gänzlich hervorbrechen, müssen die Mauern hochgezogen werden. Die mühsam verdeckte Wahrheit ist schlicht unerträglich.

Die verschiedenen realen und virtuellen Welten der PrivileGierigen und des Prekariats müssen sich abschotten, denn es ist nur ein friedliches nebeneinander, nicht miteinander erwünscht.

Ich wünsche euch allen ein frohes Osterfest und erholsame Feiertage !


99 Gründe für den Freeze (6)

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Der Freeze der Süddeutschen gibt den Graswurzeljournalisten die Möglichkeit, mit ihrem Wochenende etwas Sinnvolles anzufangen. Statt mit einem Bierchen in der Hand stumpfsinnig in die Tastatur zu blöken, wie leicht die Welt verbessert werden  könnte, schnappen die Literaturnobelpreistrger in spe einfach ein bisschen frische Luft und gehen auf eine Demo :-)


Berichterstattung über den Amoklauf in Winnenden (2)

Die Ermittlungspanne der Ermittler, die durch Politik und Medien verbreitet wurde, bestimmte heute zu einem Großteil die Berichterstattung über Winnenden. Im Auge des medialen Orkans befindet sich  das offline geschaltete Forum KrautChan. Von dort stammt der Screenshot des Fakes. Der Ersteller dieses Fakes  hat übrigens ein anonymes IRC Interview gegeben. Solange die Ermittler und Medien dessen Authentizität noch nicht bestätigt haben, könnte es echt sein.


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Berichterstattung über den Amoklauf in Winnenden

Tim K. richtet an seiner ehemaligen Schule ein Blutbad an. 16 Menschen mussten sterben, Familien wurden mit dem plötzlichen Tod einer ihrer Liebsten konfrontiert, eine ganze Stadt ist traumatisiert. Wie kann über eine solche Ausnahmesituation berichtet werden?


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Ich habe diese Hornissen-, Tigerenten-, Mövenpick-, Sternschnuppen-, Taliberalen- Regierung nicht gewählt! Ganz, ganz ehrlich!!!

Macht mich also nicht verantwortlich für ...

  • ... die Kunduz-Vertuschung
  • ... das Finanz-Kasino
  • .. der aktiven Sterbehilfe am Gesundheitssystem
  • ... das Wachstumsmurksgesetz
  • ...
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