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Neues aus dem Elitariat (11): Unsere Intelligenzija

elit1kleinSarrazin hat es uns vorgejammert: unser schönes Land wird immer dümmer! Manch einer mag das als Kritik an unserer Nationalmannschaft auffassen. Nicht immer beendet unsere Multikulti-Mannschaft einen Spielzug oder einen deutschen Satz unfallfrei. Doch das ist natürlich Unsinn, die Kritik unserer Eliten geht viel tiefer: Deutschland ist ein Dummheitsmagnet.
Bisher ist es nur unseren Eliten aufgefallen, was auch kein Wunder ist, denn sie stehen schließlich im Zentrum dieser Entwicklung.

Woran kann man diese verhängnisvolle Entwicklung erkennen? Das ist ganz einfach. Wo sonst dürfen Dummheiten hinaus posaunt werden und treffen dann auch noch auf soviel Resonanz? Wir als Autofahrernation glauben zum Beispiel, Schulden können weggebremst werden! Noch besser ist ein neuer Vorschlag aus der Politik. “Elite”-Politiker haben mal wieder ein Tabu gefunden, das noch nicht gebrochen wurde: sie möchten einen einen Intelligenztests für Einwanderer einführen. Die Dummheit, die unser Land bedroht, wird einfach weggetestet!
Seit wann, frage ich mich, ist es für Politiker ein Tabubruch, wenn sie selbst noch die dümmste Dummheit absondern dürfen? Natürlich sollen sie über solche “Tabus” nachdenken dürfen, sicher, sie  haben auch jedes Recht, diese auch noch über die Medien zu verbreiten. Aber eines dürfen sie nicht erwarten: dass das “intelligente” Volk diesen Stumpfsinn noch gutheißt. Um es mal in aller Deutlichkeit zu sagen: um in dem Land leben zu können, das sich unsere Eliten in feuchten Träumen ausmalt, ist Intelligenz beim einfachen Volk nichts anderes als hinderlich.

Schauen wir uns mal etwas genauer an, für welche Problematik sie ihre Lösung anpreisen: Seit 2007 ist Deutschland ein Auswanderungsland, d.h. es verlassen mehr Menschen Deutschland als Einwanderer zu uns kommen. Wir haben also noch intelligente Menschen, aber sie machen genau das richtige: sie fliehen vor der Dummheit hier. Wenn also ein Intelligenztest notwendig wäre, wie die Herren Politiker meinen, dann bei der Ausreise!

Und jetzt bitte anschnallen, die nächste Textpassage setzt einen IQ oberhalb von Brotkrumen voraus. Für das Elitariat heißt das: aufhören mit lesen und shoppen gehen!


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Ganz bestimmt

isafDer amerikanische Afghanistankrieg steckt nicht nur im Wüstensand fest, mediale Stürme rücken den vergessenen Krieg wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit: McChrystal, Oberkommandierende der NATO Truppen in Afghanistan, lästerte mit seinen Leuten über die zivilen Weicheier im Pentagon, wie dieser Friedensnobelpreisträger Obama qua Auszeichnung einer ist. Unser “Verteidigungs”minister Guttenberg findet sowas das toll und würde am liebsten über sich selbst so herziehen dürfen. Doch im Gegensatz zu Guttenberg versteht Obama nichts vom militanten Frustabbau und schmeißt seinen pöbelnden “Feldherren” raus, schließlich braucht der unwürdige Krieg ein würdiges Oberhaupt - und das heißt jetzt Petraeus.

Zum Glück hat die ganze Farce nichts mit Deutschland zu tun, denn wir werden Weltmeister und verteidigen unsere Freiheit am Hindukusch. Sollten einmal Deutsche Soldaten in einem verlorenen Krieg mit einer wirkungslosen Strategie sinnlos geopfert werden, dann werden die Qualitätsmedien sofort darüber berichten. Ganz bestimmt.


If we want, we can

nopeNa, das ist ja mal ein ungewohntes Wort aus dem Munde unserer Kanzlerin! Merkel  wirft dem großen Bruder Obama das schröderische Basta-Wort entgegen: NOPE!

Danke, das ich diesen Tag erleben darf! Das überfällige Nein zum Krieg!
Morgen ziehen wir unsere Jungs aus dem sinnlosen Krieg ab und holen sie nach Hause. Dann setzten wir uns mit unseren Freunden in den USA und der EU zusammen und legen mit einer modernen, aufgrund der deutscher Handschrift entsprechend gemäßigten expansiven Wirtschaftspolitik und zusammen mit dem Abbau von Ungleichgewichten den Grundstein für den Wachstum der Weltwirtschaft, der auch den Arbeitsmarkt erfasst, und sorgen so wieder für mehr Wohlstand für alle.

Halt! Ich habe wieder einmal vergessen, dass wir in einer alternativlosen Welt leben und das heißt natürlich: wir führen weiterhin einen irrsinnigen Krieg und bilden uns ein, in der Hochfinanz eine Führerrolle einzunehmen und unsere Ideologie entgegen dem Willen der restlichen Welt und zum Wohle der Superreichen durchsetzen zu können.
Und merkeln wir uns, in Krisenzeiten dürfen wir niemals den wahren Feind aus den Augen verlieren! Die Armen und Schwachen in Afghanistan und hier.


Das ist jetzt echt nicht wahr, oder?

euWir Leben im Jahr zwei nach dem Fall Lehmans und im glorreichen Jahr des Lissabon-Vertrags. Die Geheimnisse der Finanzkrise sollten zumindest in den Grundzügen bekannt und die EU müsste nach der schweren Geburt ihres neuen Vertrages langsam erwachsen geworden sein. Europa, der Geburtsort der Aufklärung, müsste die ihm neu gegebenen Mittel nutzen, um all seine vorhandenen Ressourcen zu bündeln und sich mit all seiner Kraft aus der Krise zu befreien.

Und was muss ich stattdessen heute lesen?

EU-Parlamentarier ärgern sich über die Macht der Bankenlobby - und suchen Hilfe beim Volk.

Das ist jetzt echt nicht wahr, oder? Für was haben wir diesen ganzen Haufen an Bürokratie eigentlich? Nur zur Verwaltung der eigenen Inkompetenz? Die EU-Parlamentarier haben kein Rezept gegen den Bankenlobbyismus? War der Eddi etwa mit dem Ausmisten nicht erfolgreich?
Und wer soll den Karren aus dem Dreck ziehen? Die Idioten, die den ganzen Mist aus zu baden haben? Wo sind die Koryphäen der ökonomischen Zunft? Wo sind Politiker mit Verstand und Kompetenz? Wo sind die kritischen Medien? In ganz Europa Fehlanzeige?

O Mann, es schmerzt wirklich, wenn Befürchtungen von der Realität noch übertroffen werden.

[update] Eine Nacht hatte ich Zeit und meine Verärgerung über das Verhalten der EU-Parlamentarier wird größer. Zum Glück bin ich nicht alleine, wenn auch andere bei diesem Trauerspiel noch Mitleid empfinden können. [/update]


Wer hat Angst vor der schwäbischen Hausfrau?

trachtEs ist schon eine lustige Geschichte. Wir versuchen das finanzpolitische Provinzmodel der schwäbische Hausfrau nach Spanien und den anderen südeuropäischen Ländern zu exportieren, während unser großes Vorbild, die USA, eine panische Angst gegen diese kleinbürgerliche Strategie entwickelt. Der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman formuliert seine Abneigung mit deutlichen Worten und fordert ein hartes Vorgehen gegen unsere Besessenheit des Sparens:

And it’s also important to send a message to the Germans: we are not going to let them export the consequences of their obsession with austerity.
Nicely, nicely isn’t working. Time to get tough.

Woher kommt diese Angst? Unsere Kanzlerin beim Spätzlebacken am heimischen Herd wirkt doch alles andere als bedrohlich! Wieso werden namhafte Finanzexperten überm Teich so nervös? Vielleicht hilft ein Blick in die Geschichtsbücher. Das Kapitel über den Reichskanzler Brüning zeigt, wenn Deutsche sparen ist das nicht immer zum Wohle der Welt:

Brüning betrieb in insgesamt vier großen Notverordnungen eine einschneidende Spar- und Deflationspolitik: Er erhob neue Steuern bei gleichzeitiger Senkung staatlicher Leistungen und er wirkte auf eine Absenkung von Löhnen und Gehältern hin. Damit hoffte er, den deutschen Export zu erhöhen, doch weil Deutschlands Handelspartner eine ähnliche Politik betrieben und zudem ihre Zölle erhöhten, musste diese prozyklische Politik scheitern; sie verschärfte letztlich nur die Wirtschaftskrise in Deutschland.

An diesem Beispiel sieht man sehr schön: unser Exportwahn, gewürzt mit einer kräftigen Brise Sparzwang, ist weder ein neues noch eine besonders erfolgreiches deutsches Rezept. In anderen Worten bzw. wieder in Worten Paul Krugmans: That ’30s Feeling.


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Guido: Gottvater der Gutmenschen

guidogutmenschEs wird der Nachwelt schwer zu vermitteln sein, dass in unserem bescheidenen Lande einst der begnadete Politiker Guido Westerwelle durch unsere Säle der Macht schwebte.
Meine Bewunderung für diesen Mann konnte ich bisher nicht verstecken und kann es jetzt noch viel weniger. Ich muss es einfach gestehen: es ist mehr! Ich bin ihm hörig verfallen!

Sein letzter Coup bringt nicht nur das Fass zum Überlaufen, es schlägt ihm zugleich den Boden aus und vertreibt noch Diogenes aus ihm:
Guido hat das achte Politikwunder geschaffen!

In meinen Augen hat Guido sein Soll bereits über erfüllt. Seine Seligsprechung kann nur eine Frage von Stunden sein. Was hätte seine bisherigen Leistungen toppen können? Einen wahren Gutmenschen wie Guido sollte man nie unterschätzen. Menschen wie er sind nicht nur zu selbstlosen und großherzigen Taten in der Lage, sie können noch wahre Wunder bewirken!

Was ist passiert? Die Partei der Nulldimensionalität wurde durch die Medien zu einer mainstreamigen Einthemen-Partei hochgeschrieben, um die geistige Leere in unserem Lande nicht nackt da stehen zu lassen. Dennoch konnte die Implosion dieses politischen Nichts selbst durch die kühnsten Künste unserer Kanzlerin nicht verhindert werden.
Und was macht unser Gutmensch Guido in dieser hochdramatischen Situation? Er schafft das eigentlich unmögliche: in der FDP eine Diskussion um Steuererhöhungen zu entfachen!

Sollte die FDP wirklich das goldene Kalb der alternativlosen neoliberalen Mythen auf dem Altar der Realitäten opfern und sie noch in dieser Legislaturperiode einer Steuererhöhung zustimmen, so ist es sicher: diese göttliche Lichtgestalt wird noch im selben Moment in den Himmel auffahren! Wahrlich, ich sage euch, dieses Ereignis, auf das die Christenheit seit 2.000 lagen Jahren bisher vergebens wartete, steht in Kürze bevor! Wir Jünger der leeren Ware dürfen Augenzeugen sein, wenn der Messias 2.0 seine Mission erfüllt und er durch sein Wirken selbst dem letzten Zweifler seine Göttlichkeit offenbaren wird! Juchheizen wir und preisen den Propheten der Postmoderne!

Amen.

Lesenswerte Links zum Thema:


Merkel im Visier des Sturmgeschützes

bild-spon1Der Spiegel, das einstige Sturmgeschütz der Demokratie, sieht es als seine meinungsmächtige Pflicht an, der waidwunden Bundesregierung den Gnadenschuss zu geben. In einer boulevardesken Bildersprache zeigt die nächste Spiegelausgabe eine schwarze Leere mit fetten, gelben Buchstaben: AUFHÖREN!

Ich würde sagen, das ist ein Volltreffer. Von diesem Schlag wird sich diese Regierung nicht mehr erholen.

Es wäre das Ende einer Regierung, die nie hätte gewählt werden dürfen. Wenn sich die Qualitätsmedien jetzt mit Abscheu abwenden, dann hoffe ich auf einen Rest an Reflektionsvermögen. Denn niemand anderes als unsere Medien haben diese Chaostruppe der Unfähigkeit hoch geschrieben, niemand anderes als sie haben so getan, als wäre Schwarz-gelb der alternativlose Weg aus der Krise.


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Endlich!

nopeManchmal ist es schön, der Göttin Fortuna auf ihre kleinen Füßchen treten zu dürfen. Denn wer hätte es wirklich jemand für möglich gehalten, dass auf dem G20 Gipfel eine Finanztransaktionssteuer beschlossen werden würde? Eben! So kam es auch, dass in den  Qualitätsmedien dieses Großereignis entsprechend negiert wurde. Druck auf die Krisenverursacher auszuüben, das gehört sich als anständige Postille nicht.
Aber wenn es gegen den bösen Sozialstaat geht, dann hängt die ganze Journaillie den Möchtegern-Mächtigen an den Lippen und sie schreibt auch noch über den letzten abtropfenden Sabber, den sie auffangen können.
Es ist nun mal der Lauf der Dinge: wenn die Gierigen zu gierig und die Mächtigen zu  machtlos sind, dann müssen die Armen und Schwachen alternativlos geschröpft werden.  Es ist doch schließlich deren eigene Schuld, dass sie in die Unterschicht abgerutscht sind!

Erinnern wir uns mal daran, wie der ganze Schlamassell begann. Als Schröder seine Agenda 2010 erfolgreich durchsetzte, da haben sich große Teile des deutschen Volkes gesagt: Mensch, das ist jetzt eine tolle Gelegenheit um es so richtig krachen lassen! Wir rutschen dann mal so ganz dekadent in die Unterschicht ab, weil das schon immer unser größter Wunsch war!
Es ist also alles ganz rational, was gerade passiert. Für gesamtgeellschaftliche Veränderungen ist jeder Einzelne verantwortlich und genau deswegen muss in einer Krise wie dieser immer der doofe Michel zahlen. Nur er öffnet freiwillig und ohne zu Murren sein Portemonnaie, um die maßlose Gier der Mächtigen zu befriedigen.

Ach, und nur so am Rande: der Aufschwung ist endlich daunser seltsamer Sparzwang geht selbst unseren Freunden, den Amis, auf den Nerv und diese Schuldenbremse im Grundgesetz ist die dümmste Erfindung seit den Credit Default Swaps.

Das Gute ist nur, dass endlich das wahre Gesicht unserer Mutti zum Vorschein kommt. Sie ist vielmehr eine schwäbische Bäuerin, die für den Gutsbesitzer die Drecksarbeit macht und für die das Volk nichts anderes als die Melkkuh der Reichen ist.
Übrigens, wer jetzt noch sagt, dass die kommenden sozialen Einschnitte so sein müssen, den verdonnere ich zum Lesen aller über 5.000 NachDenkSeiten-Artikel!!!

P.S: Merkel beendet im Agenda Jahr 2010 Schröders begonnenen Sozialabbau. Das nenne ich mal echtes Teamwork!


Hofberichtblogging (16): Der große Wurf

bellevueEs ist vollbracht. Die Staatskrise, welche der überhastete Rücktritt Köhlers auslöste, konnte trotz der enormen Zeitdruck in ungeahnter Schnelligkeit beigelegt werden. Das gewohnte Eiern während des komplizierten Auswahlverfahrens bestand wie immer nur aus faulen Kompromissen. Der auserkorene Nachfolge des fahnenflüchtigen Köhlers steht nun fest, es ist Christian Wulff .


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Hofberichtblogging (15): Mach’s noch einmal, Horst!

koehlerHerr Köhler, so ein Fehler kann jedem einmal passieren, ganz ehrlich. Das macht nichts, es geht bald vorbei und hinterlässt auch keine bleibenden Schäden. Nicht nur Sie, auch anderen vor Ihnen ist es schon passiert und sie haben einmal die Wahrheit gesagt. Ja, auch Politiker.
Und falls es Sie beruhigen sollte – Sie müssen es auch bestimmt nicht wieder tun. Bei Karrieren wie Ihrer werden die Momente der Wahrheit einmalige Ereignisse bleiben. Also keine Angst, keiner wird ihnen diesen Fauxpas nachtragen.

Es wäre wirklich schade, wenn ein Mann Ihres Formats dem mysteriösen Afghanistan-Fluch zum Opfer fiele. Sie erinnern sich? Zuerst traf es den damaligen Nichtverteidigungsminister Jung und ein paar hochrangige Bedienstete der Hardthöhe, die von dessen Nachfolger Guttenberg abgesägt wurden. Den schmerzvollsten Verlust erlitt die Truppe allerdings mit dem Rücktritt des Oberstleutnants Sanftleben, der die Anstalt verlassen wird.


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