Mehr Lena, bitte!
Der Grand Prix De La Chanson, wie der Eurovision Song Contest einmal hieß, gehört in meine Kindertage. Einzig das Piepen Guildo Horns und das Waddehaddedudeda von Stefan Raab machten während der Studizeit fette Partylaune.
Heute hatte ich nur durch Zufall dieses modernisierte Museum der Musikshows angeschaut - und ich war freudig überrascht! So kann Deutschland sein? Das gefühlte Allzeitaltersheim, das nur Sparen und Strafen kennt? Wir sollen jung, spontan und liebenswürdig sein können?
Es war ein spannend-schöner Abend mit einer bezaubernden Lena als verdiente Gewinnerin der Herzen Europas!
Ich dachte spontan: Bitte mehr Lena! Kann diese ansteckende Lebensfreude und authentische Ehrlichkeit nicht überall in unserem Land den alten, abgenutzten Filz vertreiben? Warum können wir Merkel, Ackermann & Co nicht einfach einmotten und der Zukunft mit Optimismus, Zuversicht und festem Willen entgegen treten?
30. Mai 2010 von stillewasser | Kategorie EU Fundstücke Musik | 4 Kommentare
Das Dilemma mit der Rente
Von Frank Benedikt
Erst vor rund drei Jahren hat der Bundestag die schrittweise Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre beschlossen. Begründet wurde dies damit, daß die Bundesbürger immer älter würden und die Renten andernfalls nicht mehr finanzierbar wären. Nun legt Brüssel, einem Bericht der FTD zufolge, nach und schlägt bis 2060 eine weitere Anhebung vor, die für Deutschland nach der jetzigen demographischen Entwicklung ein Renteneintrittsalter von knapp 70 Jahren bedeuten würde. Grundsätzlich stellt die wachsende Überalterung der Gesellschaft natürlich ein ernstes Problem für die Rentenversicherung dar, aber die vermeintlich naheliegendste Lösung – eben die Lebensarbeitszeit zu erhöhen – dürfte aus zwei Gründen zu kurz greifen.
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28. Mai 2010 von stillewasser | Kategorie Neoliberalismuskritik Politik | Keine Kommentare
Krieg muss sich lohnen
Schön, jetzt haben es auch die Qualitätsmedien bemerkt, was unser Bundeshotte so alles über Krieg und Wirtschaft gesagt hat, nachdem sie schon das Weißbuch der Bundeswehr nicht richtig lesen konnten. Natürlich war es wieder missverständlich, wieder eines dieser Kommunikationsprobleme - wenn man es nur richtig versteht, war es alles rechtens, was unser Oberhaupt sagte.
Mit einem Friedensnobelpreisträger an unserer Seite und einem Wisch von der UN - ist wegen der Akten - könne wir unser Grundgesetz ruhig stecken lassen und bedenkenlos zu den Waffen greifen. Militär und Krieg ist doch das Normalste der Welt für uns Deutsche, schließlich sind wir die einzigen Weltkriegsweltmeisterverlierer.
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28. Mai 2010 von stillewasser | Kategorie Krieg Politik Satire | Keine Kommentare
Koch geht – das System Koch bleibt
von Wolf Wetzel
Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat am 25.5.2010 seinen Rücktritt erklärt. Bevor man über diese Ankündigung jubelt, sollte man sich die Worte seiner Rücktrittsrede auf der Zunge zergehen lassen: Süffisant zitiert er eingangs aus seiner Geburtstagrede aus dem Jahr 2008, in der er im Gangsterjargon hat verlautbaren lassen, dass er in seiner Arbeit »noch etwas zu erledigen« hätte…. Dann schaut er auf seine »Arbeit« zurück und lässt uns wissen, dass alles »zu meiner vollsten Zufriedenheit geschehen« sei. »Mehr als zwölf Jahre …(und) eine wirklich tolle hessische CDU« liegen bald zurück und ein Wechsel in die Wirtschaft als Belohnung warten auf ihn.
Was und wen hat der hessische Ministerpräsident Roland Koch »erledigt«?
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26. Mai 2010 von stillewasser | Kategorie Politik | Keine Kommentare
Hofberichtblogging (14): Koch wird arbeitslos
Wer hätte das gedacht. Unser Vorzeigelandesvater Roland Koch schmeißt seinen sicheren Job hin und meldet sich arbeitslos. Soll dies etwa als Aufforderung verstanden werden, es ihm gleich zu tun? Mitnichten!
Bevor einer im Format eines Kochs in die Dekadenz der Hatz Hartz IV Falle abrutscht, müsste zuerst sein Königreich zu Grunde gehen. Ein Mann wie er weiß wie es weiter geht.
Das Angebot als Unterwasserrohrkrepierer im Katastropheneinsatz, um das mexikanische Bohrloch mit einem Schlag zu schließen, hat er zum Bedauern vieler bereits abgelehnt. Vielleicht zieht es ihn zurück zur Basis. Mal so willkürlich die Hartz-Sanktionsmechanismen direkt an Unterschichtenmenschen von Angesicht zu Angesicht anzuwenden - das wäre bestimmt eine reizvolle Herausforderung für ihn. Doch die negativen Auswirkungen sind eindeutig zu harmlos. Ein Umzug nach Hamburg, versüßt mit einer staatlich subventionierten Umschulung zum Richter, wäre hingegen schon eine bedenkenswerte Alternative.
Die bisherigen Vorschläge sind für einen Politikgiganten wie Koch einfach zu schäbig. Er ist für die ganz großen Aufgaben auserkoren. Ich sehe ihn daher vielmehr als Korruptionsminister in Afghanistan oder als Ackermann Nachfolger.
Eins ist sicher, er wird wieder kommen. Freuen wir uns auf das Wiedersehen!
25. Mai 2010 von stillewasser | Kategorie Hofberichtblogging Politik Satire | Keine Kommentare
Zeitloser Greisengeist
Einen alten Geist möchte ich unseren Bundespräsidenten wirklich nicht nennen, obwohl sein seltenes und scheues Auftreten etwas spukhaftes an sich hat. Öffentlich für alle sichtbar weilt er noch unter uns und dennoch: er und sein Volk kommen sich, trotz einer zweiten Chance, einfach nicht näher. Aus seiner Verzweiflung sucht der oberste Mann im Staate sein Heil bei alten Geistern.
Seit langem gibt es für diesen schrecklichen Verdacht eindeutige Belege. Als er aus der Ferne vom Schloss Bellevue zur Einführung des neuen Gerichtspräsidenten nach Karlsruhe reiste, bekundete er seine Sorgen über die zunehmenden Verstöße gegen das Grundgesetz. Im Gegensatz zum Volk, das für diesen Missstand eindeutig die Politik verantwortlich macht, beschwört der Bundespräsident lieber alte Geister. Diese flüstern ihm die genial einfache Lösung zu: die Leute müssen damit aufhören beim Verfassungsgericht zu klagen!
Es ist das alte Herrschaftsdenken, das sich der Bundespräsident zu eigen macht: wenn unsere Rechte auf dem Papier stehen, reicht das völlig aus. Sie auch tatsächlich juristisch einzufordern, geht jedoch genau einen entscheidenden Schritt zu weit.
Wie weit unser Präsident schon vom Boden des Grundgesetzes abgehoben hat, zeigt sein Verständnis für den Einsatz der Bundeswehr. Während eines Radiointerviews offenbarte er, dass unser Militär nicht nur für die Verteidigung des Vaterlands hier und am Hindukusch da ist:
Allerdings müsse Deutschland mit seiner Außenhandelsabhängigkeit zur Wahrung seiner Interessen im Zweifel auch zu militärischen Mitteln greifen. Als Beispiel für diese Interessen nannte Köhler ‘freie Handelswege’. Es gelte, Zitat ‘ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auf unsere Chancen zurückschlagen’ und sich somit negativ auf Handel und Arbeitsplätze auswirkten.
Quelle: Interview im Deutschlandradio, in der Zwischenzeit wurde diese Passage gekürzt.
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25. Mai 2010 von stillewasser | Kategorie Krieg Politik Satire | 5 Kommentare
Die „Kriegsakte“ der Süddeutschen
Von Frank Benedikt
Man muß ja als Leser der Süddeutschen Zeitung schon seit langen Jahren so einiges ertragen, nicht zuletzt die oft unsäglichen Kommentare eines Stefan Kornelius, aber heute, heute ist er zu weit gegangen. Diese wilden Phantastereien muß man sich nicht mehr anhören: Nordkorea hat mit der mutmaßlichen Versenkung einer Korvette einen „Kriegsakt“ begangen und „sucht die Konfrontation“. Wieviel Unwissen oder aber gezielte Desinformation gehört dazu, derlei zu schreiben?
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21. Mai 2010 von stillewasser | Kategorie Krieg Medienkritik Neoliberalismuskritik SZ Watch | Keine Kommentare
Der Fall des „Weltenrichters“
Spanischer Ermittlungsrichter Baltasar Garzón vom Amt suspendiert
Von Frank Benedikt
Nicht nur Deutschland hat so seine Probleme mit der Aufarbeitung seiner Vergangenheit und der Verfolgung von NS-Verbrechen (so konnten im Nachkriegsdeutschland beispielsweise auch Hans Globke und Hans Filbinger noch hohe Staatsämter erreichen). In Spanien hat eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem Franco-Faschismus oder gar eine Verfolgung der Verbrechen der Franquisten auch 35 Jahre nach dem Tod des „Caudillo“ noch nicht stattgefunden. Über 100.000 Opfer des Franco-Regimes klagen an, aber bisher fand sich dank des Amnestiegesetzes von 1977, das die Verfolgung von Verbrechen der Franco-Faschisten untersagt, kein Ankläger. Der Einzige, der je versucht hat, Ermittlungen aufzunehmen, ist nun an der Front seiner politischen Gegner gescheitert und selbst von Anklage bedroht.
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17. Mai 2010 von stillewasser | Kategorie Politik | Keine Kommentare
Der Tod der schwäbischen Hausfrau
Es war Mord, kaltblütig wurde er vor den Augen der Weltöffentlichkeit begangen. Das ahnungslose Opfer, die schwäbische Hausfrau, hatte nicht die geringste Spur einer Chance. Scheinheilig führte die Täterin die Hausfrau aus der schwäbischen Provinz auf das internationale Pakett, doch das war nichts anderes als eine hinterhältige Falle. Geduldig wartete die Mörderin auf den richtigen Zeitpunkt. Schließlich war es soweit: die Zustimmung von Frau Merkel zum aufgespannte Rettungsschirm für den Euro mit einem Volumen von über 720 Milliarden Euro war der gezielte Todesstoß: unsere harte Währung nach guter alten schwäbischen Kleinbürgerart ist Geschichte.
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13. Mai 2010 von stillewasser | Kategorie EU Neoliberalismuskritik Politik Satire | 1 Kommentar
spät westfälische Dekadenz
Ein Verlierer stellt sich der Öffentlichkeit, jubelt und lässt sich für sein Versagen feiern. Das ist das übliche Trauerspiel demokratischer Wahlen in Deutschland geworden. Die Zustimmung für die “Volks-”parteien und die Wahlbeteiligung erreichen historische Tiefststände und dennoch fallen Vokabeln, wie Sieg, Aufbruch oder - welch politische Blasphemie - Vertrauensbeweis.
Wahlabende wie dieser sind zu einer dekadenten Orgie der Selbstsuggestion verkommen, die trotz massenmedialer Jubelarien immer weniger Anhänger findet.
Ja, es gab einen Wechsel. Rüttgers war weniger wählbar als seine Herausforderin. Schwarz-gelb erhält einen Denkzettel und verliert seine Mehrheit im Bundesrat.
Ich glaube jedoch nicht, dass dieses Ergebnis einen merklichen Einfluss auf die Politik hat. Wir leben in Krisenzeiten. Ob die alternativlose Zwangsgesetzgebung von schwarz-gelben Hampelmännern oder rot-grünen Politclowns verkündet wird - also mir ist das ehrlich gesagt vollkommen egal.
10. Mai 2010 von stillewasser | Kategorie Politik | 2 Kommentare







