SZenso

unabhängig - medienkritisch - mit Spuren von Satire

Wir sind die Guten!

wikileaksDer moderne Krieg ist chirurgisch - medizinisch notwendig, er ist gerecht - nur die Bösen werden getötet, und er ist sauber - an den Händen der Soldaten klebt kein Blut. Der Zuschauer zu hause darf die Kriegsberichterstattungen der Medien ohne schlechtes Gewissen verfolgen. Unser militärisches Engagement für die Welt ist gut, richtig und alternativlos!

Das demokratisch legitimierte Töten setzt eine besondere Sorgfalt voraus. Strenge Regeln und Vorschriften wurden ausgearbeitet, auf ihre Einhaltung wird penibel geachtet und Verstöße registriert.

Wikileaks hat heute einen Lehrfilm westlicher Kriegsführung veröffentlicht, der an einem realen Beispiel zeigt, wie zwei Reuters-Journalisten, ein Verwundeter, zu Hilfe eilende Zivilisten und Kinder von einem amerikanischen Kampfhubschrauber unter Beschuss genommen werden. Später eintreffende Bodentruppen überfahren unter Gelächter eine der vielen umher liegenden Leichen.
All dies erfolgte nach Aussagen des amerikanischen Militärs streng nach den Einsatzregeln (”Rules of Engagement”) und ist somit per Definition eine saubere militärische Operation.

Hinweis: Das Video zeigt den Krieg - nicht das sauber blankpolierte Medienbild, sondern den Schmutz. Es ist also nichts für schwache Nerven!

Der Vorfall ereignete sich bereits vor 3 Jahren im Irak. Wikileaks wurde, seit sie den Besitz dieses Videos bekannt gaben, von Geheimdiensten überwacht. Ein großes Dank gilt daher dem Mut und der beharrlichen Ausdauer von Wikileaks, die eine Veröffentlichung erst ermöglichten! Auf der Whistleblower -Plattform können geheime Dokumente anonym eingereicht werden, eine Veröffentlichung erfolgt erst nach einer eingehenden Analyse. Für den investigativen Journalismus wird Wikileaks immer bedeutender. Eine Spende für dieses Projekt ist daher in meinen Augen eine gute Investition.

[update] Ich habe mir das Video mehrmals angeschaut und ich bin zur Überzeugung gelangt, dass die Gruppe nicht bewaffnet war. Sie trugen weder Maschinengewehre (AK 47’s) noch Panzerfäuste (RPG’s), sie hatten schlicht ihre Kameraausrüstung dabei. [update 3] Zwischen 3:39 und 3:45 sind zwei bewaffnete Männer erkennbar, von denen einer eine Panzerfaust (RPG) hat. Sie scheinen jedoch nicht zur beschossenen Gruppe zu gehören.  [/update] Auch der angebliche Beschuss ohne Mündungsfeuer war wohl nichts anderes als harmloses Fotografieren. Tragisch könnte diese Verwechslung sein, ein Kollateralschaden eben. Nur, das was danach mit dem Schwerverletzen oder den Helfern geschah, ist unentschuldbar.

Die militärischen Handlungen waren regelkonform und das ist korrekt. Der Krieg lässt sich nicht steuern, er zwängt sich nicht in Konventionen. Der Krieg wird immer das bleiben was er ist: eine Barbarei.

Noch eine Anmerkung, die mir wichtig ist: Die Schlachtfelder im Irak oder Afghanistan scheinen weit weg. Nur, die Soldaten kommen irgendwann aus dem Krieg zurück. Jeder sollte sich daher in einer ruhigen Minute mal die Frage stellen, ob er einen der Schützen gerne als Nachbarn hätte.  [/update]

[update 2] Ein Interview mit dem Wikileaks Mitbegründer Julian Assange über die Veröffentlichung des Videos. Es gibt nur eine englische Version leider ohne Untertitel.

[/update]

Lesenswerte Links zum Thema:


Wer hat uns verraten? Die freien Demokraten!

eiDen Parteien ist alles Recht, was ihren Machtansprüchen genügt. Und allzu oft brechen unter diesem Anspruch die Wahlversprechen zusammen wie arabische Staaten vor der Finanzkrise.
Diesmal ist es der von Beginn an verlorene Kampf der FDP für die Bürgerrechte. Um die transatlantische Finanzachse des Guten nicht zu gefährden, müssen die US-Geheimdienste den vollständigen Zugriff auf die SWIFT-Daten behalten und sich somit die Informationen nahezu aller europäischen Zahlungsströme sichern. Es eilte, denn bald tritt der Lisabonnvetrag in Kraft und dann steht der Untergang des gesamten Westens bevor. Und wie jeder weiß. wenn US- und EU-Bürokraten mit harten Bandagen verhandeln, ist 007 ein Knöllchenverteiler dagegen *hüstel*.

Der Betrug am Otto-Normal-Wähler ist Politikalltag und nicht weiter erwähnenswert, aber diesmal ist selbst die urigste Urklientel der FDP ist etwas verschnupft: die liebe Wirtschaft. Immerhin könnte das Wissen um brisante Zahlungen auch zur Wirtschaftsspionage verwendet werden. Das stimmt, aber das geht auch vollkommen in Ordnung. Schließlich ist jeder ein Terrorist - auch ein Unternehmer!

Lesenswerte Links zum Thema:


Regieren mit der Knarre am Kopf

Ein Parlament hat sich so zerstritten, dass es keine Gesetze mehr verabschieden kann. Jetzt wird dem widerspänstigem Parlament mit militärischer Waffengewalt gedroht. Eigentlich kein berichtenswerter Vorgang. Das interessante an der Nachricht ist, aus welchem Land sie stammt. Ist es vielleicht der Iran oder Nordkorea? Nein, der Gouverneur von New York hat den Senatoren mit der Nationalgarde gedroht.


Waffen für Terroristen

In Amerika gibt es umstrittene Terrorlisten,  wer auf einer sogenannten no-fly Liste steht, der darf kein amerikanisches Flugzeug betreten. Im Jahr 2004 durfte Cat Stevensaus diesem Grund  nicht in die USA einreisen.

Nun ist amerikanischen Abgeordneten eine gefährliche Terror-Lücke aufgefallen: An Terrorverdächtige, die auf solchen Listen stehen, dürfen Waffen verkauf werden. Na, das schreit doch nach einem Verbot! Aber Halt, nein! Das geht zu weit! Schließlich haben auch Terrorverdächtige das in der amerikanischen Verfassung garantierte  Recht auf  Waffen! Also, lieber Terrorverdächtiger, Waffen und Munition kaufen ist schon ok, schließlich sind die USA ein freies Land, aber fliegen, nein, das geht nun wirklich zu weit.


Twitter

Schlagworte

Aktionen