SZenso

unabhängig - medienkritisch - mit Spuren von Satire

Neues aus dem Elitariat (12): Noch einer verlässt das sinkende Schiff

elit1kleinErst Koch, dann Köhler, irgendwie auch sein Nachfolger Wulff und jetzt Beust. Da fragt man sich schon und man würde es sich auch am liebsten so wünschen: können Rücktritte ansteckend sein? Das wohl nicht, aber man muss sagen: das ist schon eine ausgewachsene Massenflucht aus den Bundes- und Ministerpräsidentenämter.

So langsam beschleicht einem das Gefühl, auf der RMS Titanic zu sein, nur dass dank der modernen Technik der Eisberg früh genug gesichtet wurde und diesmal die richtigen Maßnahmen noch rechtzeitig ergriffen werden konnten: die Abschottung zur Unterschicht wurde verstärkt und das Elitariat auf dem Oberdeck bringt sich mit den letzten verbleibenden Rettungsbooten in Sicherheit - nur der Kapitän verpasst seinen Absprung.
titanicDas Schlimmste an diesem Drama ist das Gedudel der Qualitätsmedien. Sie Singen einstimmig ihr Loblieb auf das Elitariat, obwohl ihnen selbst das Wasser schon bis zum Hals steht.

Ich jedenfalls habe in der aktuellen Krisensituation das vollste Vertrauen in unser Elitariat: Sollte sich die Situation noch weiter verschärfen, dann bestünde die realistische Hoffnung, dass sie sich alle verpissen würden. Die Ursache der Krise wäre dann beseitigt, die Folgen allerdings noch lange nicht.


Neues aus dem Elitariat (11): Unsere Intelligenzija

elit1kleinSarrazin hat es uns vorgejammert: unser schönes Land wird immer dümmer! Manch einer mag das als Kritik an unserer Nationalmannschaft auffassen. Nicht immer beendet unsere Multikulti-Mannschaft einen Spielzug oder einen deutschen Satz unfallfrei. Doch das ist natürlich Unsinn, die Kritik unserer Eliten geht viel tiefer: Deutschland ist ein Dummheitsmagnet.
Bisher ist es nur unseren Eliten aufgefallen, was auch kein Wunder ist, denn sie stehen schließlich im Zentrum dieser Entwicklung.

Woran kann man diese verhängnisvolle Entwicklung erkennen? Das ist ganz einfach. Wo sonst dürfen Dummheiten hinaus posaunt werden und treffen dann auch noch auf soviel Resonanz? Wir als Autofahrernation glauben zum Beispiel, Schulden können weggebremst werden! Noch besser ist ein neuer Vorschlag aus der Politik. “Elite”-Politiker haben mal wieder ein Tabu gefunden, das noch nicht gebrochen wurde: sie möchten einen einen Intelligenztests für Einwanderer einführen. Die Dummheit, die unser Land bedroht, wird einfach weggetestet!
Seit wann, frage ich mich, ist es für Politiker ein Tabubruch, wenn sie selbst noch die dümmste Dummheit absondern dürfen? Natürlich sollen sie über solche “Tabus” nachdenken dürfen, sicher, sie  haben auch jedes Recht, diese auch noch über die Medien zu verbreiten. Aber eines dürfen sie nicht erwarten: dass das “intelligente” Volk diesen Stumpfsinn noch gutheißt. Um es mal in aller Deutlichkeit zu sagen: um in dem Land leben zu können, das sich unsere Eliten in feuchten Träumen ausmalt, ist Intelligenz beim einfachen Volk nichts anderes als hinderlich.

Schauen wir uns mal etwas genauer an, für welche Problematik sie ihre Lösung anpreisen: Seit 2007 ist Deutschland ein Auswanderungsland, d.h. es verlassen mehr Menschen Deutschland als Einwanderer zu uns kommen. Wir haben also noch intelligente Menschen, aber sie machen genau das richtige: sie fliehen vor der Dummheit hier. Wenn also ein Intelligenztest notwendig wäre, wie die Herren Politiker meinen, dann bei der Ausreise!

Und jetzt bitte anschnallen, die nächste Textpassage setzt einen IQ oberhalb von Brotkrumen voraus. Für das Elitariat heißt das: aufhören mit lesen und shoppen gehen!


» Beitrag “Neues aus dem Elitariat (11): Unsere Intelligenzija” weiterlesen


Neues aus dem Elitariat (10): Bruchlandung

elit1kleinUnser Elitariat gibt sich in Krisenzeiten erstaunlich bodennah. Kaum verzieht sich die isländische Vulkanasche, legt Roland Koch, ein besonders prächtiger Vertreter des Elitariats, eine Bruchland hin. Sein Blindflug war allerdings nicht der schlechten Sicht geschuldet, er verfing sich vielmehr in den Tücken des philippinischen Gesetzes.
Was kann man auf einer auf einer schönen Insel im pazifischen Ozean wollen? Hartz-Flüge in die Südseedekadenz? Nein, dort sollte ein neues internationales Terminal entstehen. Leider verbietet das philippinische Gesetz eine ausländische Beteiligung von mehr als 40% an wichtigen Infrastrukturprojekten. Mit Koch im Aufsichtrat herrschte wohl die Meinung, wenn in Hessen sich problemlos Gesetze aushebeln lassen, muss das doch erst recht mit einem kleinen, popligen Inselstaat möglich sein. FraPort pokerte, verlor und verbrannte dabei die stolze Summe von 500 Millionen Euro.

Wer ein Elitariat wie Koch im Aufsichtsrat hat, der kann über einen mickrigen Ascheregen, wie uns Eyjafjallajökull bescherte, nur müde lächeln :-D

Lesenwerte Links zum Thema:


Neues aus dem Elitariat (9): die Elite am Boden

elit1kleinBöse Zungen behaupten, die Isländer hätten ihre Ramschpapiere im Schlot des Eyjafjallajökull entsorgt. Egal was im brodelnden Vulkan verbrannt wird, die Asche, die er kilometerweit in die Atmosphäre pustet und über ganz Europa verteilt, hat jedenfalls den ganzen Luftverkehr im Euroraum lahm gelegt.

Das hat für unser armes Elitariat grausame Auswirkungen: es muss auf dem Boden bleiben. Die Oberschicht kann nicht mehr wie gewohnt sorglos über den Dingen schweben, von oben aus dem Flieger herab auf die im anstrengungslosen Wohlstand dekadierte Masse schauen oder sich entspannt  der Abgehobenheit in all seiner Arroganz hingeben.  Stattdessen müssen unsere selbst ernannten Leistungsträger während der Vulkanstaub den elitären Himmel vernebelt auf dem kargen Boden des Prekariats eine äußerst unangenehme Zeit erleiden. Das gemeine, an seinem Wohnort harzgebundene Volk hingegen genießt die friedliche Stille über ihm:

Das Elitariat ist am Boden und das elitelose Volk fühlt sich wie im polnischen Himmel!


» Beitrag “Neues aus dem Elitariat (9): die Elite am Boden” weiterlesen


Neues aus dem Elitariat (8): Ackermanns Stuhlsäger

elit1kleinNur einen Tag vor der Bilanz-Pressekonferenz schmeißt der Chef der verstaatlichten Hypo Real Estate, Axel Wieandt, mit einem medialen Paukenschlag seinen Job hin und das, obwohl der Verlust der HRE  den Peanuts-Betrag von nur 2,2 Milliarden Euro beträgt!

In Unterschichten wird ein solch rückgratloses Verhalten als verächtlich angesehen, in den erlauchten Kreisen des wirbellosen Elitariats jedoch ist es ein eindeutiger Nachweis für die Eignung zu noch höheren Aufgaben.

Wir werden also in Zukunft noch viel von ihm hören, von unserem wackeren Wieandt! Sägt er etwa schon an Ackermanns Stuhl?


Neues aus dem Elitariat (7): moralischer Wendekreis

elit1kleinDie etwas angestaubte geistig moralische Wende kommt langsam wieder in Schwung. Das wurde auch Zeit, denn in einer Weltwirtschaftskrise kommt die Moral erst nach dem Fressen - wie dekadent ist das denn?
Es bedarf eines gefestigten moralischen Gerüstes, die niederen menschlichen Bedürfnisse zum Wohle des Elitariats zurück zu stellen. Bereits unser Ehrenelitariat Kohl hat diesen beschwerlichen und mühsamen Weg angepriesen, den er selbst nie gegangen ist.
Jetzt ist es genau die richtige Zeit, um die verstaubten und altbackenen Tugenden und Werte aus der Mottenkiste zu holen.

Die katholische Kirche muss sich heftiger Kritik stellen und sie macht das vorbildlich. Unser erfolgreicher Wir-sind-Papst-Export, Benediktder XVI., schreibt einen Hirtenbrief an seine Schäfchen, weil sie etwas zu viel mit ihren Lämmleins spielen. Schuld an dieser Misere sind natürlich wie immer die Egoschaf- und Killerlämmerspiele.
Das ist ein meisterhaftes Lehrstück, wie Moral funktioniert: ist ein Sündenbock für eigenes Fehlverhalten gefunden, ist die Welt wieder in Ordnung.

Der zweite Elitariat, der sich nach langer Versenkung zu Wort meldet, ist unser Bundespräsident. Während sich unser Land mit Nebensächlichkeiten, wie der höchsten Neuverschuldung im Zeichen der Weltwirtschaftskrise, der Sozialstaatsdebatte oder dem Wachstumsmurksgesetz herumschlägt, passierte im Schloss Bellevue eine kleine Panne: der Bundespräsident war verschwunden! Er sollte an irgendeinem Rednerpult stehen, aber keiner wusste mehr an welchem. Dann kam die erlösend Nachricht: Horst Köhler war die ganze Zeit im Wartezimmer des Focus. Er durfte dann wieder Heim gehen, er musste vorher nur ein kurzes Interview geben.
Wie immer verkündete er den bei solchen Anlässen üblichen Weckruf: Vergesst die Mitte nicht! Und wie immer lautet das Rezept: gebt das Geld dem Elitariat, damit es dann für alle das Paradies auf Erden schafft.
Die moralische Welt ist so herrlich naiv und schlicht - einfach wunderbar!

Was macht eigentlich unser Moralinprediger Guido? Sein Schweigen hat diesmal einen ernsten Hintergrund. Ihm ist klar geworden, wie moralisch verwerflich ein schwuler Außenminister für unser Land ist. Er gelobt Besserung und möchte sich in seine Chefin verlieben.


Ex-Exportweltmeister

wirtschaftswachstumDie deutschen Exporte sanken im Weltwirtschaftskrisenjahr mit - 15,9 % so stark wie noch nie in unserer Nachkriegsgeschichte. Während wir noch die Festigkeit der Bodenbildung prüfen, sind die meisten asiatischen Länder wie Südkorea, deren Exporte im Januar um stolze 47,1 % gestiegen sind, bereits aus diesem Jammertal der Rezession gkletter. Jetzt dürfen wir uns Ex-Exportweltmeister nennen und reichen den begehrten Exportweltmeisterpokal zum ersten mal an China weiter.

Von diesem ehrwürdigen Titel für Ökonomiefetischisten kann man sich viel kaufen, besonders wir als Seriensieger von 2003 bis 2008. Für die ehrlich erworbenen Preisgelder haben wir uns immerhin einen ansehnlichen Haufen an Schrottpapiere andrehen lassen, um unseren Wasserkopf des Finanzsystems und nun auch die Bad Banks damit zu füttern. Darauf müssen wir einfach nur stolz sein, denn etwas anderes bleibt uns nicht.

Mal so ganz im Ernst: ich glaube, es hätte eine bessere Anlagestrategien gegeben, um sich auf den Exportweltmeisterlorbeeren mal wirklich ausruhen zu können. Zum Beispiel hätten wir in die Bildung und somit in die Zukunft unserer Kinder investieren können. Es wurde zwar immer vollmundig von unserem Politikelitariat angekündigt, aber getan haben sie wie immer nichts. Im Gegenteil, sie haben die Zukunft unserer Kinder schlicht und einfach verharzt.

Bildquelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden.

Lesenswerte Links zum Thema:


Neues aus dem Elitariat (6): Bananen im Winter

elit1kleinEs ist ein für die Jahreszeit unerwartetes Ereignis eingetreten: es schneit und es ist bitter kalt. Gut, dass wir Deutsche uns immer so gründlich vorbereiten. Selbst das Ersatzrad bekommt ein Winterprofil und wird zur Akklimatisierung im Schnee gewälzt, es soll schließlich ohne Schweinegrippe durch den Winter kommen.
Ja, wir sind schon eine zwanghafte Nation von Autonarren. Wir tuen einfach alles dafür, dass wir auf unseren 4 Rädern durch jedes Wetter rasen können. Nur diesmal klappt das nicht so wie gewohnt, denn in diesem Winter lässt das Elitariat nichts unverfroren. Ihre klimaerwärmten Gehirne haben letztes Jahr in Davos etwas besonderes ausgebrütet: statt das Salz für längere Schneeperioden wie diese zu horten, haben sie es lieber in freudiger Inbrunst in die offenen Wunden des Sozialstaats gerieben. Das Ergebnis dieses listigen Plans ist jetzt zu bewundern: den ersten Städten geht das Salz aus und sie müssen den Winterdienst einstellen. Da wird das Autofahren doch wieder zu einem spannenden Abenteuer!


» Beitrag “Neues aus dem Elitariat (6): Bananen im Winter” weiterlesen


Bulos 1.000 Nachsteiger

Ich weiß nicht, ob ich im Titel Follower richtig übersetzt habe, aber im Moment traue ich mich einfach nicht, englische Worte zu verwenden. Der denglische Westerwave, unser schwänglischende Öttinger und Oberst Klein haben mir gezeigt, wie gefährlich es sein kann, wenn ein Deutscher seine Muttersprache verlässt.

Ok, jetzt aber zu einer wirklich tollen Nachricht: Ich habe gewonnen!!!

Bei F!XMBR habe ich von einem spontanen Gewinnspiel bei Bulo erfahren. Seine satirischen Zeichnungen finde ich echt Klasse, sie haben oft bissigen Humor und viel Wortwitz, wie zum Beispiel eines meiner Lieblingswitze: “Ich bin Kohl .. ich Köhler”. Seine FDP-kritischen Zeichnungen kosten ihn immer Twitter-Nachsteiger und der Platz des 1.000 wurde wegen dieser Falschmeldung wieder frei. Wer ihn bekommt, auf den wartete eine Überraschung. Tja, da habe ich mich schnell bei Twitter registriert - bisher hatte ich von dem Gezwitscher nicht viel gehalten - flog flugs bei Bulo vorbei - und und siehe da: ich war der 1.000 Twitter-Dingens!
Seid ihr auch so gespannt auf den Preis, wie ich? Heute kam er per Post, eine persönliche Zeichnung:

bulo

Auf das Geschenk bin ich richtig stolz, es hat bei mir einen Ehrenplatz erhalten :-D Und lehrreich ist es auch, jedenfalls für mich: jeder bekommt das, was er verdient, außer unser Elitariat  ;-)

Tausend Dank an den unvergleichlichen Bulo, ich werde dir weiterhin nachsteigen!


Neues aus dem Elitariat (5): Der Gipfel

elit1kleinDort oben, auf den höchten Höhen, dort wo alles auf die Spitze getrieben wird, genau da auf den Gipfeln der Treffen, tummeln sich unsere Elitariaten am liebsten. Es ist alles da, was sie brauchen: Sicherheitsstufe 1 inklusive Terror- und Bürgerabwehr, blitzlichternde Hofberichterstatter und eine Bühne für ihre geltungssüchtige Oberflächligkeit. Leider gibt es für unsere edlen Schaumschläger ein nicht lösbares Problem: So ein Gipfeltreffen hat auch ein Thema und das sollte noch nebenbei zu einem alle beglückenden Ergebnis geführt werden.
Diesmal war das Thema in Kopenhagen die Klimakatastrophe und als Ergebnis sollte ein Nachfolger des Kyoto-Protokolls aus der Taufe gehoben werden. Solche weltbewegenden Kleinigkeiten erledigt unser Elitariat mit links*. Leider waren sie diesmal ein wenig unachtsam und haben die paar absaufende Felsbrocken im pazifischen Ozean übersehen: Tuvalu. Eigentlich sollten Nebensächlichkeiten wie die eigene Existenzgrundlage dem hehren Ziel des Gipfels untergeordnet werden, aber der kleine Insellstaat konnte trotz aller Bezirzungen nicht vom Irrglauben abgebracht werden, dass die heiße Gipfelluft schädlich für die Umwelt und dem gesunden Menschenverstand sei. Die Abgesandten Tuvalus verweigerten sich den lauen Kompromissen konsequent und liesen den Gipfel gnadenlos, aber berechtigt scheitern.


» Beitrag “Neues aus dem Elitariat (5): Der Gipfel” weiterlesen


Schlagworte

Aktionen