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unabhängig - medienkritisch - mit Spuren von Satire

“Rammt eure Zähne in ihr Fleisch und lasst nicht mehr los”

isaf“Rammt eure Zähne in ihr Fleisch und lasst nicht mehr los”, das ist die neue Afghanistan-Strategie des NATO-Chefs Petraeus. Mit diesen Worten ist die diesjährige Saison des elitären und beliebten Volkssports “Menschenjagd  am Hindukusch” offiziell eröffnet. Der Friedensnobelpreisträger Obama hat sich, damit diese neue Strategie ihre volle Wirkung entfalten kann, einem Verbot der geächteten Streubomben verweigert.
Na, da klingt doch alles viel erfolgversprechender als Brunnen bohren und Frauen beschützen! Nur, die Niederländer hauen einfach aus Afghanistan ab - feige Schweine sowas!


Ganz bestimmt

isafDer amerikanische Afghanistankrieg steckt nicht nur im Wüstensand fest, mediale Stürme rücken den vergessenen Krieg wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit: McChrystal, Oberkommandierende der NATO Truppen in Afghanistan, lästerte mit seinen Leuten über die zivilen Weicheier im Pentagon, wie dieser Friedensnobelpreisträger Obama qua Auszeichnung einer ist. Unser “Verteidigungs”minister Guttenberg findet sowas das toll und würde am liebsten über sich selbst so herziehen dürfen. Doch im Gegensatz zu Guttenberg versteht Obama nichts vom militanten Frustabbau und schmeißt seinen pöbelnden “Feldherren” raus, schließlich braucht der unwürdige Krieg ein würdiges Oberhaupt - und das heißt jetzt Petraeus.

Zum Glück hat die ganze Farce nichts mit Deutschland zu tun, denn wir werden Weltmeister und verteidigen unsere Freiheit am Hindukusch. Sollten einmal Deutsche Soldaten in einem verlorenen Krieg mit einer wirkungslosen Strategie sinnlos geopfert werden, dann werden die Qualitätsmedien sofort darüber berichten. Ganz bestimmt.


Hofberichtblogging (15): Mach’s noch einmal, Horst!

koehlerHerr Köhler, so ein Fehler kann jedem einmal passieren, ganz ehrlich. Das macht nichts, es geht bald vorbei und hinterlässt auch keine bleibenden Schäden. Nicht nur Sie, auch anderen vor Ihnen ist es schon passiert und sie haben einmal die Wahrheit gesagt. Ja, auch Politiker.
Und falls es Sie beruhigen sollte – Sie müssen es auch bestimmt nicht wieder tun. Bei Karrieren wie Ihrer werden die Momente der Wahrheit einmalige Ereignisse bleiben. Also keine Angst, keiner wird ihnen diesen Fauxpas nachtragen.

Es wäre wirklich schade, wenn ein Mann Ihres Formats dem mysteriösen Afghanistan-Fluch zum Opfer fiele. Sie erinnern sich? Zuerst traf es den damaligen Nichtverteidigungsminister Jung und ein paar hochrangige Bedienstete der Hardthöhe, die von dessen Nachfolger Guttenberg abgesägt wurden. Den schmerzvollsten Verlust erlitt die Truppe allerdings mit dem Rücktritt des Oberstleutnants Sanftleben, der die Anstalt verlassen wird.


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Zeitloser Greisengeist

koehlerEinen alten Geist möchte ich unseren Bundespräsidenten wirklich nicht nennen, obwohl sein seltenes und scheues Auftreten etwas spukhaftes an sich hat. Öffentlich für alle sichtbar weilt er noch unter uns und dennoch: er und sein Volk kommen sich, trotz einer zweiten Chance, einfach nicht näher. Aus seiner Verzweiflung sucht der oberste Mann im Staate sein Heil bei alten Geistern.

Seit langem gibt es für diesen schrecklichen Verdacht eindeutige Belege. Als er aus der Ferne vom Schloss Bellevue zur Einführung des neuen Gerichtspräsidenten nach Karlsruhe reiste, bekundete er seine Sorgen über die zunehmenden Verstöße gegen das Grundgesetz. Im Gegensatz zum Volk, das für diesen Missstand eindeutig die Politik verantwortlich macht, beschwört der Bundespräsident lieber alte Geister. Diese flüstern ihm die genial einfache Lösung zu: die Leute müssen damit aufhören beim Verfassungsgericht zu klagen!
Es ist das alte Herrschaftsdenken, das sich der Bundespräsident zu eigen macht: wenn unsere Rechte auf dem Papier stehen, reicht das völlig aus. Sie auch tatsächlich juristisch einzufordern, geht jedoch genau einen entscheidenden Schritt zu weit.

Wie weit unser Präsident schon vom Boden des Grundgesetzes abgehoben hat, zeigt sein Verständnis für den Einsatz der Bundeswehr. Während  eines Radiointerviews offenbarte er, dass unser Militär nicht nur für die Verteidigung des Vaterlands hier und am Hindukusch da ist:

Allerdings müsse Deutschland mit seiner Außenhandelsabhängigkeit zur Wahrung seiner Interessen im Zweifel auch zu militärischen Mitteln greifen. Als Beispiel für diese Interessen nannte Köhler ‘freie Handelswege’. Es gelte, Zitat ‘ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auf unsere Chancen zurückschlagen’ und sich somit negativ auf Handel und Arbeitsplätze auswirkten.

Quelle: Interview im Deutschlandradio, in der Zwischenzeit wurde diese Passage gekürzt.


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Vietghan

isaf“Die Supermacht unter der Führung ihres Friedensnobelpreiträgers Barack Obama hatte mit seiner neuen, genialen Strategie nichts anderes als Formel für den Frieden gefunden!
Mit einer in der amerikanischen Militärgeschichte größten Truppen- und Materialverlegung aus dem Irak nach Afghanistan wurden die Weichen für dieses historische Ereignis gestellt. In einem unvergleichlichen Durchmarsch mit erstaunlich wenig Kollateralschäden - ein toter Afghane ist immer ein Taliban ;-) - wurde in kürzester Zeit das kriegsgeschundene Land befriedet. Der Aufbau einer Demokratie nach westlichem Standard stellte, dank der Begeisterung der wenigen Überlebenden, für den missionarischen Eifer des Westens keine Überforderung mehr da. Nicht nur das westliche Militär und die Politik fühlte sich, zu recht von diesem unvergleichlichen Erfolg berauscht, wie Götter auf dem Olymp der Globalisierung, auch die Afghanen erkannten in diesem siegreichen Krieg des Westens ein Gotteswerk und konvertierten freiwillig und geschlossen zum Christentum.
Der Leuchtturm der Freiheit und Demokratie erstrahlt am Hindukusch heller als zuvor versprochen!

Dieser unvergleichliche Triumph ist der moralischen, wirtschaftlichen und religiösen Überlegenheit der USA geschuldet, die das Militär erst zu ihrer durchschlagenden Wirkung verhilft.
Ohne die Koalition der Willigen wäre diese Herkulesaufgabe selbst für eine Supermacht nicht zu schultern gewesen. Ein besonderer Anteil an diesem grandiosen Sieg hat der wichtigste Verbündete im Afghanistankrieg: Deutschland! Nur unter der harten und unbeugsamen Führung der Kanzlerin ….”


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Afghanische Ostereier

ostereiIn unserer modernen Welt ist es an Feiertagen wie an Ostern üblich, sich mit seiner Familie zu treffen und in einer angenehm oberflächlichen Atmosphäre gegenseitig Nettigkeiten und allerlei Konsumkrimskrams auszutauschen. Dabei sollte darauf geachtet werden, nicht zu tief hinter den gesellschaftlich Schleier der heilen Welt zu blicken.


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Yes, we make peace ?!

Barrack Hussein ObamaBarack Obama erhält den Friedensnobelpreis. Für mich eine überraschende und auch eine zweifelhafte Entscheidung. In seinen ersten neun Monaten hat er viele vollmundige Ankündigungen gemacht, konnte davon jedoch wenig Konkretes umgesetzen: eine neue Ära des atomaren Abrüstens versprochen, der Truppenabzug aus dem Irak ist angekündigt, Guantanamo wird voraussichtlich nicht im angekündigten Zeitrahmen  geschlossen, in Afghanistan wurden die Truppen erhöht,  das Kriegsgebiet in Pakistan wurde massiv ausgeweitet und die militärische Gewalt in den Kriegsgebieten eskaliert.
Obama bot keinen Einhalt gegen die Verbrechen der israelischen Armee an der palästinensischen Zivilbevölkerung in Gaza. Auch zu einem weiteren wichtigen aktuellen Brennpunkt, dem Iran, ist vom amerikanischen Präsidenten viel Schweigen zu hören, das mit martialischen Untertönen aus den Reihen des  Militärs unterlegt ist.

Nach der apokalyptisch kreuzzüglerischen  Strategie des “Krieges gegen den Terror” seines Vorgängers Georg W. Bush ist eine friedlichere Politik unabdingbar, Obama hat diese mit seinem “Yes, we can” entschlossen eingeläutet. Frieden herrscht allerdings noch lange nicht, wie die Konfliktherde Irak, Afghanistan und Pakistan zeigen. Und ob sich Obama nicht doch zu einem weiteren Waffengang gezwungen sieht, wird erst die Zukunft zeigen.
Falls der Friedensnobelpreis für Barack Obama zu einem erfolgreichen Faustpfand wird, um die Ziele der Supermacht USA auf einem friedlichen Weg zu verwirklichen, dann ist jedoch heute ein sehr guter Tag!

[update] Erst in wenigen Tagen, am 10. Dezember,  wird Obama offiziell der Friedensnobelpreis verliehen. Meine - zugegeben - naive Hoffnung auf friedlichere Zeiten sind bereits jetzt schon an der Realität zerschollen: Der amerikanische Präsident  läutet eine weitere Eskalationsstufe im Afghanistankrieg ein. Obama sollte den Preis ablehnen.  [/update]


Die waagrechten Türme

9-11Die  Terroranschläge vom 11. September jähren sich zum 8. mal. Die dunklen Trümmerwolken des einschlagenden Ereignisses verfinstern nach so langer Zeit auch heute noch den freien Himmel.
Auf diesen Akt des Terrors folgte eine gewaltige Reaktion der Supermacht mit seiner Koalition der Willigen. Im Krieg gegen den Irak ist diese kollaterierende Koalition bereits zerbrochen, selbst der siamesiche Pudel aus Großbritanien setzte sich bereits ab. Nur in Afghanistan wird die Mission ohne deutschen Sonderweg unbeirrt fortgesetzt - nicht ganz, denn im Gegensatz zur  neuen, willigen Pudeldame ziehen die Niederlande und Kanada ihre Truppen ab.

Unwillkürlich muss ich diesmal bei der Erinnerung an die beiden brennenden Türmen an die zwei zerfetzten Tanklaster in Kundus denken. Ein merkwürdiger Kreis, der sich schließt. Zwei mal zwei berstende Türme, die Tod und Vernichtung verbreiten. Die Antworten auf die Frage, wer Opfer sein darf und Täter werden soll, wird immer verworrener - wie sie es im Grunde schon immer war. Die Bilder von 9/11 bleiben bunt, die aus Kundus sollen im unkritischen Schwarz-Weiß kommentiert werden. Dem Widerspruch darin wird widersprochen. Einseitige Trauer ist verordnet.


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Demokratie am Hindukusch

isafWir führen einen Krieg, den wir aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht so nennen dürfen, um eine Regierungs zu stützen, die auf 800 fiktiven Wahllokalen und mehreren tausend gefälschten Stimmen fußt, und beginnen endlich - unserem großen Vorbild USA nacheifernd - wie eine richtige europäische Mittelmacht in Afghanistan ausgiebig zu kollaterieren,  so dass die kampfgestählten Taliban bleich vor Schreck die UN zu Hilfe rufen.

Wie war das nochmal? Wir verteidigen unsere  Sicherheit am Hindukusch? Wie hoch der Blutzoll auf beiden Seiten sein muss, um diese Sicherheit sicher zu stellen, wird uns  unsere  Kanzlerin bald in vielen nichtssagenden Worten erklären.
Ich bin schon mal präventiv überzeugt.


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