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unabhängig - medienkritisch - mit Spuren von Satire

Vietghan

isaf“Die Supermacht unter der Führung ihres Friedensnobelpreiträgers Barack Obama hatte mit seiner neuen, genialen Strategie nichts anderes als Formel für den Frieden gefunden!
Mit einer in der amerikanischen Militärgeschichte größten Truppen- und Materialverlegung aus dem Irak nach Afghanistan wurden die Weichen für dieses historische Ereignis gestellt. In einem unvergleichlichen Durchmarsch mit erstaunlich wenig Kollateralschäden - ein toter Afghane ist immer ein Taliban ;-) - wurde in kürzester Zeit das kriegsgeschundene Land befriedet. Der Aufbau einer Demokratie nach westlichem Standard stellte, dank der Begeisterung der wenigen Überlebenden, für den missionarischen Eifer des Westens keine Überforderung mehr da. Nicht nur das westliche Militär und die Politik fühlte sich, zu recht von diesem unvergleichlichen Erfolg berauscht, wie Götter auf dem Olymp der Globalisierung, auch die Afghanen erkannten in diesem siegreichen Krieg des Westens ein Gotteswerk und konvertierten freiwillig und geschlossen zum Christentum.
Der Leuchtturm der Freiheit und Demokratie erstrahlt am Hindukusch heller als zuvor versprochen!

Dieser unvergleichliche Triumph ist der moralischen, wirtschaftlichen und religiösen Überlegenheit der USA geschuldet, die das Militär erst zu ihrer durchschlagenden Wirkung verhilft.
Ohne die Koalition der Willigen wäre diese Herkulesaufgabe selbst für eine Supermacht nicht zu schultern gewesen. Ein besonderer Anteil an diesem grandiosen Sieg hat der wichtigste Verbündete im Afghanistankrieg: Deutschland! Nur unter der harten und unbeugsamen Führung der Kanzlerin ….”


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Risse

rissTäglich, nein stündlich tun sich neue Risse auf. Ja, doch man sieht sie nur, wenn man genau hinschaut. Sie sind von einem zähen und klebrigen Kleister aus massenmedialem  Stumpfsinn überdeckt. Es ist leicht, sie zu übersehen, es ist leicht, sie zu ignorieren:

Riss 1: Obama attackiert vorerst verbal die Wall Street und kündigt eine Art Glass-Steagall Act 2.0 an.
Die im Jahre 1933 eingeführte Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken war eine der wichtigen Lehren, die aus der ersten Weltwirtschaftskrise gezogen wurde. Bill Clinton schaffte 1999 das Gesetz ab und ermöglichte erst dadurch viele der Exzesse der Wall Street, die zur aktuellen Weltwirtschaftskrise führte.
Dieser unerwartete und heftige Angriff Obamas zeigt, dass die Machtkämpfe im Zuge der Wirtschaftskrise noch nicht ausgefochten sind oder vielleicht noch nicht einmal richtig begonnen haben.

Riss 2: Die Talanx AG, einer der größten Versicherungskonzerne Deutschlands, klagt per einstweiliger Verfügung auf die Eröffnung eines Kontos bei der Bundesbank.
Es ist offensichtlich, dass der Versicherer den Banken und dem Einlagensicherungsfonds nicht traut und auch in Zukunft mit heftigen Finanzkrisen rechnet.

Riss 3: Griechenland geht bei China betteln.
Die EU möchte aus ideologischer Verblendung ein Non-Bailout-Exempel statuieren und lässt Griechenland sehenden Auges am ausgestreckten Arm verhungern. Ein Umweg über den IWF ist wenig attraktiv, denn er enthält im Kleingedruckten eine neoliberale Roßkur, die bereits das Balitkum erfolgreich in den Abgrund reißt. Insofern handelt Griechenland vollkommen richtig und es möchte sich dort Hilfe holen, wo wirkliche Hilfe angeboten wird - am anderen Ende der Welt in China.
Die Krise zeigt, dass die EU über eine wenig stabile Gemeinschaftswährung und ansonsten über keinerlei Gemeinschaft verfügt.

Das Gefährliche ist weder die ständig wachsende Anzahl der Risse noch deren Tiefe. Das Gefährliche ist, dass sie alle über eine gemeinsame Ursache verfügen: die wahnwitzige Ideologie des Neoliberalismus.


Die friedliche Zeit ist vorbei

isafZum Glück, denkt sich unser Politariat, ist diese besinnliche und so schrecklich friedliche Weihnachtszeit endlich vorbei! Jetzt können sie wieder so richtig loslegen. Unser einziger Minister, der seine eigene Überflüssigkeit vor Amtsantritt erkannte, möchte den Brunnenbau in Afghanistan nur noch von Hilfsverbänden durchführen lassen, die zur Kooperation mit der Bundeswehr bereit sind. Gemäß dem neuen Leitsatz: Human ist, was Waffen schaffen.
Noch besser drauf ist unser Außenminister: Er droht, sollte sich in der Afghanistanpolitik die transatlantisch harte Linie Guttenbergs durchsetzen, die von der Bundesregierung mitinitiierte Afghanistankonferenz zu boykottieren. Ein gelungenes Beispiel, wie unsere Regierung selbst richtige und wichtige Themen kindlich verspielt zum unvermeidlichen Misserfolg führt. Weiter-so!
Und weil es so gut läuft, eröffnet unser Friedensnobelpreisträger Obama noch eine neue Front im Kampf gegen den Terror. Nein, es ist nicht das Heimtland des Terrormusels aus dem nigerianischen Elitariat sondern der Jemen.
Irgendwie glaube ich, dass im Hartz-Jahr zwanzig-zehn das Mehr vom Brutto ganz schön blutig werden wird.


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Yes, we make peace ?!

Barrack Hussein ObamaBarack Obama erhält den Friedensnobelpreis. Für mich eine überraschende und auch eine zweifelhafte Entscheidung. In seinen ersten neun Monaten hat er viele vollmundige Ankündigungen gemacht, konnte davon jedoch wenig Konkretes umgesetzen: eine neue Ära des atomaren Abrüstens versprochen, der Truppenabzug aus dem Irak ist angekündigt, Guantanamo wird voraussichtlich nicht im angekündigten Zeitrahmen  geschlossen, in Afghanistan wurden die Truppen erhöht,  das Kriegsgebiet in Pakistan wurde massiv ausgeweitet und die militärische Gewalt in den Kriegsgebieten eskaliert.
Obama bot keinen Einhalt gegen die Verbrechen der israelischen Armee an der palästinensischen Zivilbevölkerung in Gaza. Auch zu einem weiteren wichtigen aktuellen Brennpunkt, dem Iran, ist vom amerikanischen Präsidenten viel Schweigen zu hören, das mit martialischen Untertönen aus den Reihen des  Militärs unterlegt ist.

Nach der apokalyptisch kreuzzüglerischen  Strategie des “Krieges gegen den Terror” seines Vorgängers Georg W. Bush ist eine friedlichere Politik unabdingbar, Obama hat diese mit seinem “Yes, we can” entschlossen eingeläutet. Frieden herrscht allerdings noch lange nicht, wie die Konfliktherde Irak, Afghanistan und Pakistan zeigen. Und ob sich Obama nicht doch zu einem weiteren Waffengang gezwungen sieht, wird erst die Zukunft zeigen.
Falls der Friedensnobelpreis für Barack Obama zu einem erfolgreichen Faustpfand wird, um die Ziele der Supermacht USA auf einem friedlichen Weg zu verwirklichen, dann ist jedoch heute ein sehr guter Tag!

[update] Erst in wenigen Tagen, am 10. Dezember,  wird Obama offiziell der Friedensnobelpreis verliehen. Meine - zugegeben - naive Hoffnung auf friedlichere Zeiten sind bereits jetzt schon an der Realität zerschollen: Der amerikanische Präsident  läutet eine weitere Eskalationsstufe im Afghanistankrieg ein. Obama sollte den Preis ablehnen.  [/update]


Spinnennetze der Finanzakrobatik

geithnerHat sich in der Welt der Finanzakrobatik seit Ausbruch der Krise irgendetwas geändert? Wie sieht der change des marikanischen Präsidenten Barack Obama aus? Yes, we can do it again!, sagt sich die Wall Street. Mit dem amerikanischen Finanzminister Tim Geithner hat sie weiterhin ihr Zentrum des Spinnennetzes im Oval Office, wie eine investigative Reportage der New York Times und Geithners offengelegter Terminkalender belegen.
[update] Das Wall-Street Spinnennetz zieht seine Fäden durch ganz Washington.  [/update]

Für uns in Deutschland ist die Supermacht Amerika wie immer ein Vorbild, auch bei uns funktionieren die alten Seilschaften. Die Wirtschaftswoche berichtet über einen Aufruf  “Rettet die [krisenbewährte] Wirtschaftspolitik an den Universitäten!”, der von 83 namhaften Professoren für Volkswirtschaftslehre unterzeichnet wurde. Die Nachdenkseiten haben sich die Unterzeichner genauer angeschaut. Es ist eine Horrorliste der ordoliberalen Wirtschaftsökonomie, die um ihre Vormachtstellung an den Universitäten kämpft. Eine weitere aufschlussreiche Dokumentation der Verfilzung unserer Finanzjongleure bietet die etwas angestaubte Unterzeichnerliste des Hamburger Apells aus dem Jahre 2005, die sich schlicht unter dem Motto “250 Professoren – 10 Thesen – 1 Meinung” zusammenfassen lässt.


Gestresste Zombies

ZombiebänkerDie amerikanischen Zombiebanken werden einem Stresstest unterzogen. Die Obama Regierung möchte mit dieser Maßnahme den aktuellen Bluthunger der Banken ermitteln. Noch schreckt die Regierung davor zurück, den Holzpflock der Verstaatlichung mitten ins Herz der Zombies zu rammen.

Aber auch in Deutschland schreckt Angela Merkel vor diesem blutrünstigen, aber wohl  alternativlosen Vorgehen zurück. Lieber wirft sie sich als willfähriges Opfer zum Aderlass in die gierig kalten Arme der blutsaugenden Bänker.

Die Finanzkrise hat zu einem dauerhaften Stopp der Versorgung mit dem roten Lebenssaft geführt. Eine staatliche Blutbank, die sogenannte Bad Bank, soll die Versorgung der Zombies sicherstellen. Bis es soweit ist, haben sich die Zombies schon einmal einen großen Schluck von der EZB gegönnt, um nicht in ein anämisches Koma zu verfallen.

Paul Krugmans Prognose scheint sich zu bewahrheiten, wir sind auf direkten Kurs in eine Dekade des lebendigen Todes.


No, we can’t

Gefangenenlager Guantanamo BayIn der heutigen Zeit ist diese Nachricht eine ausgesprochene Ungeheuerlichkeit: der frisch vereidigte amerikanische Präsident Barack Obama beginnt noch in der Nacht seiner Amtseinführung  die im Wahlkampf angekündigten Versprechungen in die Tat umzusetzen! Er erläßt ein Moratorium für die Militärtribunale in Guantanamo und stoppt alle Verwaltungsakte der abgelösten Bush-Regierung.

Jedoch hat nicht jeder den Wandel an der Spitze der Supermacht wahrgenommen.  Deutschland könnte ein Zeichen setzen und diesen neuen Kurs mittragen. Wir müssten uns nur dazu bereit erklären,  bei einer Auflösung des menschenrechtswidrigen Gefängnisses einige Inhaftierte bei uns aufzunehmen. Unser abweisender Innenminister Schäuble hat auf diese Frage sinngemäß erwidert: “No, we can’t”.

Braucht es eigentlich noch irgendeinen Beweis, dass hier in Deutschland ein Wandel überfällig ist?


Congratulations Mr President

Barack Hussein ObamaCongratulations Mr. President !

sie, Mr. Barack Obama, bekleiden als der neue Präsident der vereinigten Staaten von  Amerika das mächtigste Amt der Welt.  Viele haben ebenso wie ich diesen Wandel lange herbeigesehnt. Ihr Wahlkampf hat Hoffnungen geweckt, eine Hofffnung auf eine besonnenere, nachhaltigere und kooperativere Politik. Machen sie bitte die unsäglichen acht Jahre Bushregierung bald vergessen, schließen sie Guantanamo, finden sie die richtigen Rezepte gegen die Finanzkrise und bemühen sich um einen nachhaltigen Friedensprozess im Nahen Osten.

Die Herausforderungen sind historisch, mögen sie denen gewachsen sein und ein historischer Präsident werden.

Beste Glückwünsche zu ihrer Amtseinführung

wünscht ihnen ihr Stillewasser


Obamba

ObambaDer Artikel auf der Süddeutschen  Morddrohung gegen Obamba - “I’m going to fucking kill you” enthält einen peinlichen Schreibfehler. Der gewählte amerikanische Präsident wird mit einem Doppel-B zu Obamba. Diese Schreibweise lässt bösartige Konnotationen zu. Einige Stunden nachdem der Artikel veröffentlicht wurde, habe ich die Moderation auf diesen Fehler hingewiesen. Leider ist am Wochenende nicht nur die Kommentarfunktion gefreezet, sondern auch die Qualitätsabteilung. Dieser Fehler ist nun seit mehr als 24 Stunden auf der Frontseite zu lesen. Als letzter sichtbarer Link in der Rubrik Panorama wird er zum Glück demnächst ins Archiv verschwinden.

Übermorgen ist die Amtseinführung Obamas. Auf der Süddeutschen dann hoffentlich mit der richtigen Schreibweise.

[update] Der Tippfehler ist inzwischen korrigiert worden. [/update]


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