Vau verpasst
Es ist ein schöner Traum gewesen, den uns die gewohnt naiven Top-Ökonomen professionell prognostiziert hatten: ein bisschen Weltwirtschaftskrise, dann kommt der V-förmige Aufschwung und es geht weiter-so wie gehabt.
Ja, es gab eine Erholung - etwas später als qualitätsmedial verkündet -, aber die Erholung ist vorerst gestoppt: Im Vergleich zum Vormonat brach der Maschinenbau um -7,6 % und die Automobilindustrie um -3,3 % ein. So stürmisch wie der Absturz kann der Aufschwung nicht mehr werden.
Die bisherigen Rettungsmaßnahmen haben zwar ihr Ziel erreicht, das Roulette dreht sich wieder und die Banken spendieren ihren Bänkern ihre Bonis - aber zu welchem Preis? Die Summen waren gewaltig, die strukturellen Probleme der Finanzwirtschaft bleiben: ihr aufgeblähter Wasserkopf. Ein weiteres Problem ist, dass jetzt langsam die Konjunkturpakete auslaufen und in Europa - im Gegensatz zu Asien - noch kein stabiler Aufschwung erzielt werden konnte. Weitere Gefahren für das weltweite Finanzsystem gibt es zur Genüge: der Pleite Dubais könnten weitere Folgen, sogar in Europa: Griechenlands Bonität wird deutlich herabgestuft.
Ein kurzer Blick in die Glaskugel verrät mir, die Erholung wird einen typischen WZL-Verlauf nehmen. Besonders der Mittelteil wird noch sehr lustig werden.
8. Dezember 2009 von stillewasser | Kategorie Medienkritik Politik Wirtschaftskrise | Keine Kommentare
Das Roulette dreht sich wieder
Die Krisenstrategie war erfolgreich, die Gefahr für das Finanzkasino ist für das erste abgewendet und selbst kleinere Störungen, wie die Zahlungsunfähigkeit eines Staatskonzerns. stören die Glücksspieler nicht. Es ist geschafft, alles geht weiter so wie gehabt. Das Roulette dreht sich wieder wie vor der Krise, die Finanzspekulationen treiben die Börsen wieder zu Höchstständen. Einfach nur schön
Doch gerade im nörgelischen Deutschland findet sich immer ein Kritiker, der diese Friede-Freude-Eierkuchen-Sichtweise nicht teilt. Ekkehard Wenger, Professor an der Universität Würzburg für Banken- und Kreditwirtschaft, klagt in für Qualitätsmedien ungewohnt deutlichen Worten den ehemaligen Finanzminister Peer Steinbrück an und schildert die unhaltbaren Zustände im Finanzministerium und den immer noch wirkungslosen Kontrollmechanismen des Finanzsektor.
Die Krise ist immer für eine Überraschung gut, eine etwas erheiternde Geschichte am Rande: Amerikanische Banken können ihre eigenen Ramschhypotheken nicht mehr finden und scheitern bei Gericht bei der Durchsetzung von Nachzahlungen und Zwangsräumungen. Das große Geld kann im Kleinen ganz schnell zu einer Luftnummer werden
Lesenswerte Links zum Thema:
- Selbstbedienung pur
- [22.12.09] Kapitulation vor dem Monopoly-Monster
Dies seien “die profitabelsten Zeiten, die es jemals gegeben hat”, sagt ohne jedes Zeichen von Scham Bill Winters, der Chef des Investmentbanking von J.P. Morgan. - [01.02.10] Leerverkäufe wieder erlaubt
BaFin kippt Notmaßnahme.
5. Dezember 2009 von stillewasser | Kategorie Finanzkrise | Keine Kommentare







