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unabhängig - medienkritisch - mit Spuren von Satire

Hofberichtblogging (9): Junge, bitte bleib!

jungEs gäbe Minister der jetzigen Regierung, deren Abtreten ich nicht bedauern würde, weil ich sie noch nicht wahrgenommen habe und dies auch nicht möchte. Bei ihnen, Herr Jung, ist dies völlig anders. Es gibt keinen, der für mich das geradlinige Eiern der Regierung besser verkörpert als sie.

Die derzeitige Kritik der Presse finde ich einfach nur ungerecht. Nur weil ihr forscher Nachfolger etwas sagt, was vorher alle nicht wissen wollten, sollen sie dafür büßen. Das ist doch gemein :-( Außerdem werde ich ihnen niemals die geniale Erfindung des Nicht-Kriegs in Afghanistan vergessen, sie hat uns den entscheidenden Schritt zum Nicht-Sieg vorwärts gebracht! Nur sie kann ich mir an der Arbeitslosenfront vorstellen, wie sie das Ende der Nicht-Krise ausrufen! Sie und ihre vielen Nichtse werden noch gebraucht! An allen Fronten!

Bitte bleiben sie standhaft an ihrem Ministerstuhl kleben!

[update] Der Leim klebte nicht mehr so gut.  Dann halt nicht, schade. [/update]


Satirische Wahlplakate (2): Nicht-Krieg im Innern

Am meisten Spass bereitet mir die “Der Wahlkampf ist langweilig” Aktion auf F!XMBR. Jede Partei ist als satirische Zielscheibe freigegeben und es wurden keinerlei kreative Grenzen festgelegt.

jungendlich

Mein erster Beitrag stellt den sehnsüchtigen Wunsch unseres Verteidigungsministers Jung dar, endlich in Deutschland Nicht-Krieg spielen zu dürfen.


Wir haben Töten gelernt

isafDie FAZ beschreibt in ihrem Artikel “Zielstrebig ins Gefecht” in einem gedämpft martialischen Ton, wie in Afghanistan deutsche Soldaten in ein klassischen Gefecht verwickelt wurden. Die Angreifer konnten mit Unterstützung der afghanischen Nationalarmee zurück geschlagen werden, die Bundeswehr hat ihre Feuertaufe bestanden. Mindestens zwei der Angreifer starben durch deutsche Kugeln, wir haben das Töten wieder gelernt.

Das Militär muss sich bei einem Angriff verteidigen und das heißt, wie in diesem Fall, den Angreifer zu töten. Nur, darf dies alles noch als Nichtkrieg bezeichnet werden, wie dies unser Verteidigungsminister Jung macht?
Ich teile den unterschwelligen Optimismus und die unkritische Würdigung dieses Vorfalls im FAZ-Artikel nicht. Wir sind gekommen, um ein Land aufzubauen. Jetzt sind wir bereits 5 Jahre am Hindukusch und fangen an, gegen sie zu kämpfen. Ich nenne das eine Eskalation der militärischen Gewaltspirale. Diese führte in diesem kriegsgeschundenen und kriegserprobten Land immer in eine Niederlage der Besatzungsmächte.


60 Jahre Grundgesetz

grundgesetz_facsimileHerzlichen Glückwunsch, Grundgesetz!

Mit sechzig Jahren bist du schon in die Jahre gekommen, aber wenn ich dich sich ansehe, muss ich dir ein Kompliment machen: du bist immer noch gut in Schuss! Lasse mich auch an einem solch feierlichen Tag kritische Töne anschlagen. Es gibt einen eklatanten Konstruktionsfehler, den deine Gründungsväter dir mitgegeben haben. Die Pflege und Sorge über dich obliegt der Politik, dies ist schlicht fahrlässig. Zu deinem Schutze haben sie den Politikern das Bundesverfassungsgericht zur Seite gestellt. Nur, das Verfassungsgericht darf erst im Nachhinein aktiv werden, also erst dann, wenn die Politik wieder einmal über die Stränge geschlagen hat.


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Klartext, Herr Jung!

jungIch mag es, wenn Politiker Klartext reden. In einem Interview der Frankfurter Rundschau tat dies ein Minister, von dem ich es am wenigsten erwartet hätte: Unser Verteidigungsminister Herr Jung persönlich.

Doch schauen wir uns zuerst die Kulisse des aktuellen Politikpossenspiels an: Gefahr auf hoher See, eine Entführung und böse Piraten, aber zwei deutsche Eliteeinheiten, die sich um ihre Kompetenzen streiten. Die Geiselbefreiungsaktion des deutsche Frachters Hansa Stavanger durch die GSG 9 vor der somalischen Küste scheiterte. Unser Superinnen- und Schattenverteidigungsminister Wolfgang Schäuble hat, da die ihm unterstellte GSG 9 nicht über die gewünschten Fähigkeiten verfügt, bereits in den Medien das Kommando über die KSK-Kräfte der Bundeswehr zur Piratenjagd übernommen. Jung scheint mit der ihm zugewiesenen Nebenrolle in seiner eigenen Behörde und im Kabinett etwas unglücklich zu sein. Zeit, klare Worte zu sprechen.


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