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unabhängig - medienkritisch - mit Spuren von Satire

Die Burka der Blogger

burkaDas Netz konnte sich Jahrzehnte lang nach seiner eigenen Philosophie und seinen Regeln entwickeln, das tat ihm sehr gut. Die ersten Berührungen mit der Offlinewelt fanden erst mit der Kommerzialisierung des Internets statt. Seit dem ist Frage des Urheberrechts in der digitalen Welt für die Musik- und Filmbranche ein Dauerbrennerthema.
Doch aus dieser tastenden, manchmal knirschenden Annäherung wird zunehmend ein ausgewachsener Kulturkampf. Anfangs bot das Internet mit seiner modernen Technologie neue, kostensparende Vertriebs- und Marketingkanäle. Mit den ersten Internetkonzernen jedoch, die das Netz zu einer Google machten, wurden völlig neuen Geschäftsmodelle eingeführt. Ganze Geschäftsbereiche mit einer langer Tradition, wie den Qualitätsjournalismus, gerieten daraufhin in unerwartet schwere Bedrängnis. Während Internetfirmen die Struktur und Möglichkeiten des Netzes nutzen, versuchen netzfremde Firmen und Konzerne ihre gewohnten Kontrolle und Deutungshoheit, die sie aus ihrer Offlinewelt kennen, im Netz möglichst uneingeschränkt durchzusetzen. Justiz, Politik und Medien sind dabei ihre willigen Helfer, die ihnen - wie sie es ja aus ihrer Welt gewohnt sind - zur Seite stehen, und sie beim Versuch des Zugriffs auf das Netz tatkräftig unterstützen. Das ganze wird mit einem schön einfachen Slogan legitimiert: das Netz ist ein rechtsfreier Raum, er muss dringend kontrolliert werden!


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Linke Link-Ökonomie

Das Internet ist ein rechtsfreier Raum, aber das kann ein rechtschaffener Mann wie Hubert Burda nicht so einfach hinnehmen. Mutig macht sich der bekannte Verleger auf zu einem Kreuzzug gegen das Machtzentrum des Bösen im Netz: Google & Co.! Wortgewand klagt er an, dass Suchmaschinen mit ihrer linken “Link-Ökonomie” überproportional von den teuer erstellten Inhalten der Medien profitieren. Ihre üblen versklavten Helfer, die Crawler, schleichen durch alle Datenleitungen und sammeln und sie verwerten alles, was sie in die Finger bekommen können und - das ist ja das Schlimme - bezahlen nichts für ihre virtuellen Raubzüge! Jedoch, es gäbe einen einfachen Schutz vor dieser Plage: die Medien könnten ihre Webangebote mit ein paar Zeilen Programmcode schützen. Sie müssten in ihrer robots.txt folgende Zeilen hinzufügen und sie hätten vor Suchmaschinen und lästigen Besuchern absolute Ruhe:

User-agent: *
Disallow: /

Wahlweise könnte auch ein Stoppschild vor den Internetseiten unserer netzphobischen Medienelite aufgestellt werden. Das dumme Internetvolk muss nämlich dringend vor einer Überdosis an Qualitätsjournalismus beschützt werden.

[update] In Fragen des Geldes und der Macht der Medien muss natürlich auch Springer mitspringen und fordert eine Zwangsabgabe auf Computer. Mit diesen in einem stetig steigenden Stakkato vorgetragenen  Forderungen nach Subventionen des Qualitätsjournalismus setzt sich der Perlentaucher auseinander und belegt, dass es sich hierbei nur im die Sicherung von Pfründen und der Erhaltung überkommener Geschäftsmodelle handelt. [/update]

[update] Der DJV-Bundesvorsitzender Michael Konke bläst in das gleiche Angriffshorn auf Google wie Burda. Google hat aufgrund dieser merkwürdigen Attacken aus dem alten Europa in einem Blogbeitrag den Verlegern empfohlen, ihre robots.txt zu ändern :-D
[/update]

(via chefarztfraulicher:beobachter)


Schluss mit dem rechtsfreien Raum im Netz!

Es muss wieder Zucht und Ordnung in der verkommenen Welt des Internets herrschen! Es bedarf traditioneller Werte wie den Pfadfindertugenden, um diese eklatanten Missstände zu bekämpfen: jeden Tag eine Sünde im Netz entdecken, mit eiserner Hand das Übel anpacken und das Netz endlich zu einem Ort des rechten Rechts machen!

Meine heutige gute Tat ist es, dem Datenschutz im Netz zu seinem wohlverdienten Recht zu verhelfen. Es gibt böse Seitenbetreiber, die den ahnungslosen Surfer in die Irre führen und ihn über die Verwendung der gesammelten und analysierten Daten schlichtweg belügen. Ein solch dreister Fall ist zum Beispiel die Homepage der CDU. Das sage ich nur ein verabscheuendes Pfui.


Hilfe, meine Internetseite wird zu lang!

spd-sozial-war-gesternDer SPD-Chef Müntefering fordert mehr politisches Engagement der Nicht-Wähler. Dieser berechtigte und energische Apell wurde im Netz gehört und mit der Aktion Ihr werdet euch noch wünschen wir wären Politikverdrossen dankbar aufgegriffen.

Blogger haben SPD-Politiker genauer unter die Lupe genommen und sind bei der SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft fündig geworden. Die SPD-Politikerin hat auf ihrer Homepage ihren Lebenslauf überarbeitet und dabei den Firmennamen Zenit GmbH entfernt. Diese Firma ist in NRW  in einen  Skandals mit Fördergeldern verwickelt ist. David Schraven berichtete in seinem Blog  Ruhrbarone über diese Beobachtung, die CDU nahm diese information dankbar auf und verarbeitete sie zu einer Kampagne. Kurz darauf bekam der Inhaber des Blogs im rechtsfreien Raum freundliche Post von den Anwälten der SPD-Politikerin: er solle einer Unterlassungserklärung unterschreiben.

David Schraven unterzeichnete nicht, sondern machte den Fall in seinem Blog öffentlich. Die Dynamik der Geschichte nahm Fahrt auf, auch im Mainstream wurde nun darüber berichtet. Das veranlasste Frau Kraft zu einer Stellungnahme, weshalb sie eigentlich ihren Lebenslauf geändert hatte.  Die Begründung kann jeder leicht nachvollziehen, der im Internet schreibt: die Webseite sei ihr einfach zu lang geworden …


popkomm popt nicht mehr

Das grausame, gnadenlose Monster hat wieder zugeschlagen und das bedauernswerte Opfer ist wieder einmal die wehrlose Musikindustrie. In diesem Jahr fällt die Musikmesse popkomm aus und die alleinige Ursache für dieses Unglück ist für Dieter Gorny, den Gründer der Messe, eindeutig das Internet mit seinen bösen Internetpiraten. Nja, vielleicht ist der Grund auch, dass es immer weniger Pfadfinder gibt und die verbliebene Stammkundschaft nicht mehr die berliner Straßen überqueren können.
Ein süffisanter und lesenwerter Abgesang der einst größten Musikmesse in Deutschland könnt ihr unter dem Titel “popgeh statt popkomm” auf der Zeit lesen.


Zensur

todesanzeigegg5Heute hat der Bundestag das Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen verabschiedet gegen den sich im Netz ein heftiger und nachhaltiger Protest formiert hatte. Der Protest gegen die geplante und nun realisierte Sperrung von Internetseiten verbreitete sich unter dem Begriff Zensursula, eine Homage an die bedingungslose Verfechterin des Gesetzesvorhabens, mit viraler Geschwindigkeit im Netz. Das markanteste Zeichen des Protestes wurde die bisher erfolgreichste Online Petition “Internet - Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten”, die in der vierwöchigen Zeichnungsfrist von insgesamt 134.014 Bürgern unterzeichnet wurde. Beachtenswert ist, dass trotz des politisch aufgedrückten Makels der Kinderpädophelie viele Unterstützer nicht nur bereit waren ihren Namen zu veröffentlichen, sondern auch ihr Gesicht zu zeigen.
Das Gesetz ist verabschiedet, aber die Petition dümpelt noch in der parlamentarischen Prüfung. Die Initiatorin, Franziska Heine, darf also im Bundestag erst nach dem in Kraft treten des Gesetzes ihre Bedenken vortragen - welch  kroteske Farce und welch heftiger Tiefschlag für engagierte Bürger!


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Ungeschminkte Zensur [update]

zensurstoppschildEs geht wieder einmal um das Thema Zensur. Die Familienministerin Ursula von der Leyen hält an dem umstrittenen Internet-Stoppschild fest, obwohl bisher jedes Argument entkräftet werden konnte und mit einer Internet-Petition gegen die Internetzensur, die weit über 100.000 Unterzeichner fand von denen viele sich nicht scheuten, ihr Gesicht zu zeigen, das Zensurvorhaben heftigen Gegenwind erfuhr.

Einige vermuten hinter dieser Sturheit schlicht den üblichen politischen Populismus, andere sehen einen zunehmenden heftiger werdenden Kulturkampf der Generation C64.
Das Internet bringt nicht nur die Geschäftsmodelle der Musik- und Filmindustrie ins Wanken, auch die Meinungs- und Deutungshoheit des Qualitätjournalismus und der Politik verlieren ihr Monopol Der bisherige Höhepunkt dieser Auseinandersetzung ist die Verbreitung der Lüge:
das Internet ist ein rechtsfreier Raum.


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Es muss ein Ende haben!

sackgasseUnser Innenminister meint, im Internet wimmelt es von Gefährdern, unsere Familienministerin vermutet hinter jedem Link Kinderpornographie, die Musik- und Filmindustrie kämpft gegen filesharende Raubkopierer und der Qualitätsjournalismus verzweifelt ob der grassierenden Dummheit im Netz.

Und was machen wir gegen all das Übel im Internet? Wir wehren uns gegen die maßvolle Kontrolle, wir wollen keine Straßenschilder im Internet, wir machen mit Internet-Piraten gemeinsame Sache und und bloggen ungefragt und ungenehmigt unsere Meinung über die boulevardesken Qualitäten der Virtualität.

Das geht einfach zu weit! So kann es einfach nicht weiter gehen! Das muss ein Ende haben! Jetzt, sofort!

Ich habe den Aus-Schalter des Internets gefunden. Ihr müsst verstehen, zum Wohle Aller muss ich ihn drücken! Das Böse muss besiegt werden! Das war es …


thePirateGoogle

pirategoogleIm PirateBay-Prozess haben die Angeklagten argumentiert, sie würden nichts anderes machen wie der Suchmaschinenweltmarktführer Google. Um diese These zu stützen, haben Netzaktivisten die Internetseite thepirategoogle ins Leben gerufen. Auf dieser Seite ist eine benutzerdefinierte Google-Suchmaske zu sehen, ein Service-Angebot des Suchmaschinenanbieters, die den Suchindex von Google nach den berüchtigten Torrent-Dateien durchsucht.

Mit dieser Aktion wird die Doppelmoral der Rechteinhaber angeprangert, die einseitig nur gegen die Kleinen vorgehen. Eine neue Runde im Kampf um Urheberrechte im digitalen Zeitalter ist eingeläutet.


Aktionen


Ich habe diese Hornissen-, Tigerenten-, Mövenpick-, Sternschnuppen-, Taliberalen- Regierung nicht gewählt! Ganz, ganz ehrlich!!!

Macht mich also nicht verantwortlich für ...

  • ... die Kunduz-Vertuschung
  • ... das Finanz-Kasino
  • .. der aktiven Sterbehilfe am Gesundheitssystem
  • ... das Wachstumsmurksgesetz
  • ...
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