Das Peter-Prinzip
3. August 2009 von stillewasser | Kategorie Cartoon Fundstücke Satire Wirtschaftskrise | Keine Kommentare
Kurzarbeit für Aktionäre
Es gehört in unserer schönen Republik zum gewohnten Ritual, dennoch lohnt sich ein weiterer Blick auf das gerne zelebrierte Schauspiel “Sozialisierung der Verluste”. Dieses Theater wird vorzugsweise von risikofreudigen Unternehmer inszeniert. Sie engagieren Lobbyisten, die ein alternativloses Drehbuch schreiben und für das Stück die richtigen Politiker casten.
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6. Mai 2009 von stillewasser | Kategorie Politik Wirtschaftskrise | Keine Kommentare
Große Jungs, große Spielzeuge
Wer kennt noch die Namen Johannes Ludewig oder Heinz Dürr? Sie waren einst Vorstandsvorsitzende der Bahn AG. Sie sind unter dem langen Schattens, die Hartmut Mehdorns fast 10jährige Amtszeit an der Spitze der Deutschen Bahn wirft, zur Bedeutungslosigkeit verblasst. Keiner seiner Vorgänger erreichte seine Medienpräsenz, keiner konnte dieses riesige, unüberschaubare Konglomerat an über 500 Tochterunternehmen in einer Person bündeln. Kam der Zug zu spät oder sah man nur noch die roten Rücklichter, wenn man selbst nur eine Minute nach der planmäßigen Abfahrtszeit auf den Bahnsteig hastete: schuld war nicht die Bahn - nein, schuld war immer Mehdorn! In solchen Momenten stellte sich mir immer die Frage, auf wen um Gottes Willen flucht eigentlich Herr Mehdorn, wenn ihn die Konsequenzen seiner Optimierungen selbst treffen? Die Antwort gab der Bahnchef in einer Fernsehsendung: statt sich der Tortur einer Zugfahrt zu unterziehen, sammelte er lieber entspannt Bonusmeilen bei Konkurrenzunternehmen.
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3. April 2009 von stillewasser | Kategorie Politik | Keine Kommentare
Finanzkrise auf deutsch erklärt
Geld, Börse und Derivate sind für den typisch deutschen Mischl nur böhmische Dörfer. Wie kann man die Ursache der Finanzkrise dem einfachen Stammtischvolk begreiflich machen? Klar, mit Bier und Bierdeckeln! Schauen, trinken, verstehen. Prost!
27. Februar 2009 von stillewasser | Kategorie Finanzkrise Satire | Keine Kommentare
Märklin: Die Modellheuschrecke
Wer kannte sie als Kind nicht, die liebevoll gebastellten Miniaturwelten in denen surrend die Eisenbahnen ihre Kreise zogen. Sorgfältig geplant und mit einer unglaublichen Detailversessenheit sind künstliche Abbildungen der Wirklichlichkeit enstanden, in denen blinkende Lichter, wattebauschener Rauch und auf seltsame Weise erstarrte Menschen und Autos die Kulisse der rasend ratternden Santa Fe, Krokodil oder ICE -Loks und Züge boten. Das kindliche Spielen begrenzte sich nicht nur auf den Regelknopf des Transformators. Sturmartige Spuren in Form umgeknickter Bäume oder im Graben liegender Autos waren die Hinterlassenschaft zahlreicher Zugentgleisungen und -zusammenstößen oder die zerstörerischen Begleiterscheinungen von Naturkatastrophen wie Waldbränden, Fluten oder Erdbeben, die über die ahnung- und schutzlose Welt im Minutentakt herreinbrach. Der apokalyptische Spieltrieb führte stets zu großen Missfallen des wahren Herrschers der Spanblatten und Pappmachéhügel: der strenge Vater, der zwar die an den Sohn adressierten Geschenke ohne Nachfrage in die Anlage verbaute durfte, aber den kleinsten verursachten Windhauch, der die sorgsam ausgerichteten Grashalme ins Wanken brachte, unbarmherzig mit Stubenarrest ahndete. Waren keine Folgen kindlicher Naturgewalten zu beseitigen, stand immer ein Umbau bevor - es fehlte stets das i-Tüpfelchen zur absoluten Perfektion der Miniaturwelt.
Es ist nicht verwunderlich, dass Manager den traditionsreichen Modelleisenbahnbauer Märklin als Spielwiese für sich entdeckt hatten. Ständig bauten und strukturierten sie die Firmenlandschaft um, aber auf sonderbarer Weise verschwanden die neusten Autos, die besten Häuser und weiteres Tafelsilber aus ihr. Frei und ohne Aufsicht konnte sich der Spieltrieb der Manager entfalten. Letztendlich waren die Zerstörungen so groß, dass die ganze Firma zu Bruch gegangen ist: Märklin ist bankrott.
Leider hat diesmal das Spiel eine sehr reale Seite: Für die Mitarbeiter von Märklin bedeutet dies der Weg in die Arbeitslosigkeit, ein Platzen eines Lebensentwurfes meist einer ganzen Familie. Leider kann man diesen Schaden nicht einfach mit ein bisschen Kleber und Spucke reparieren, wie dies in der Kindheit noch möglich war. Den verantwortlichen Managern allerdings ist der angerichtete Schaden egal, sie bekommen nämlich wieder eine neue Firma als Spielzeug.
19. Februar 2009 von stillewasser | Kategorie Finanzkrise Wirtschaftskrise | Keine Kommentare



