Wer hat Angst vor der schwäbischen Hausfrau?
Es ist schon eine lustige Geschichte. Wir versuchen das finanzpolitische Provinzmodel der schwäbische Hausfrau nach Spanien und den anderen südeuropäischen Ländern zu exportieren, während unser großes Vorbild, die USA, eine panische Angst gegen diese kleinbürgerliche Strategie entwickelt. Der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman formuliert seine Abneigung mit deutlichen Worten und fordert ein hartes Vorgehen gegen unsere Besessenheit des Sparens:
And it’s also important to send a message to the Germans: we are not going to let them export the consequences of their obsession with austerity.
Nicely, nicely isn’t working. Time to get tough.
Woher kommt diese Angst? Unsere Kanzlerin beim Spätzlebacken am heimischen Herd wirkt doch alles andere als bedrohlich! Wieso werden namhafte Finanzexperten überm Teich so nervös? Vielleicht hilft ein Blick in die Geschichtsbücher. Das Kapitel über den Reichskanzler Brüning zeigt, wenn Deutsche sparen ist das nicht immer zum Wohle der Welt:
Brüning betrieb in insgesamt vier großen Notverordnungen eine einschneidende Spar- und Deflationspolitik: Er erhob neue Steuern bei gleichzeitiger Senkung staatlicher Leistungen und er wirkte auf eine Absenkung von Löhnen und Gehältern hin. Damit hoffte er, den deutschen Export zu erhöhen, doch weil Deutschlands Handelspartner eine ähnliche Politik betrieben und zudem ihre Zölle erhöhten, musste diese prozyklische Politik scheitern; sie verschärfte letztlich nur die Wirtschaftskrise in Deutschland.
An diesem Beispiel sieht man sehr schön: unser Exportwahn, gewürzt mit einer kräftigen Brise Sparzwang, ist weder ein neues noch eine besonders erfolgreiches deutsches Rezept. In anderen Worten bzw. wieder in Worten Paul Krugmans: That ’30s Feeling.
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18. Juni 2010 von stillewasser | Kategorie Finanzkrise Neoliberalismuskritik Politik Wirtschaftskrise | 2 Kommentare
G-20: Alter Wein für das geschlauchte Finanzsystem
Die Staatschefs der wichtigsten Industrienationen trafen sich anlässlich des G-20 Gipfels vor wenigen Tagen in London. Im Angesicht der Finanzkrisekrise, welche die Weltwirtschaft in den freien Fall schickte, sind historische Schritte notwendig, um noch eine große Depression wie in den dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts abzuwenden.
Schließen wir die Augen, lassen die vergangenen Ereignisse Revue passieren und malen wir uns aus, wie die Utopie überlegt und konsequent handelnder Politiker aussehen könnte, die sich ihrer Verantwortung in dieser Extremsituation bewusst sind:
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16. April 2009 von stillewasser | Kategorie Finanzkrise Medienkritik Politik Wirtschaftskrise | Keine Kommentare
Deutschland: europäischer Stolperstein in der Krise
Der Wirtschaftsnobelpreisträger Krugman bemängelt die bisherigen Rettungsmaßnahmen der EU: sie seien dem Ausmaß der Krise nicht angemessen. Heftige Kritik übt Krugman an Angeliak Merkel, bei ihr könne man “nicht gerade von intellektueller Beweglichkeit sprechen”. Und bei Peer Steinbrück macht er “ein echtes Problem” bei koordinierten Konjunkturprogrammen aus.
Die aktuelle Situation beschreibt er mit den Worten: “Die Weltwirtschaft ist außer Kontrolle geraten. Und zwar in einem Maß, das sich vielleicht immer noch unserer Vorstellungskraft entzieht.”
11. März 2009 von stillewasser | Kategorie Finanzkrise Wirtschaftskrise | Keine Kommentare
Gestresste Zombies
Die amerikanischen Zombiebanken werden einem Stresstest unterzogen. Die Obama Regierung möchte mit dieser Maßnahme den aktuellen Bluthunger der Banken ermitteln. Noch schreckt die Regierung davor zurück, den Holzpflock der Verstaatlichung mitten ins Herz der Zombies zu rammen.
Aber auch in Deutschland schreckt Angela Merkel vor diesem blutrünstigen, aber wohl alternativlosen Vorgehen zurück. Lieber wirft sie sich als willfähriges Opfer zum Aderlass in die gierig kalten Arme der blutsaugenden Bänker.
Die Finanzkrise hat zu einem dauerhaften Stopp der Versorgung mit dem roten Lebenssaft geführt. Eine staatliche Blutbank, die sogenannte Bad Bank, soll die Versorgung der Zombies sicherstellen. Bis es soweit ist, haben sich die Zombies schon einmal einen großen Schluck von der EZB gegönnt, um nicht in ein anämisches Koma zu verfallen.
Paul Krugmans Prognose scheint sich zu bewahrheiten, wir sind auf direkten Kurs in eine Dekade des lebendigen Todes.
2. März 2009 von admin | Kategorie Finanzkrise Satire USA | Keine Kommentare
Bad bank for dead banks
Der Staat hat zum Schutz gegen das weltweite Unwetter, das die Finanzkrise ausgelöst hat, bereits so viele Rettungsschirme aufgespannt, dass kein Tropfen mehr den Boden erreichen dürfte. Dennoch rufen die Bänker nach noch mehr Schutz. Und jedes Mal wird der Ruf lauter.
Die Schirme behindern die Sicht auf den freien Himmel und wohl auch auf einige entscheidende Tatsachen. Das zur Verfügung stehnde Geld ist weder unendlich groß, noch scheint es auszureichen, den Abwärtsstrudel der Finanzmärkte zu stoppen. Paul Krugman, Nobelpreisträger für Wirtschaft, zeigt in seinem Blog an einem einfachen Beispiel, weshalb die derzeitigen Rettungsmaßnahmen vergeblich sind und bezeichnet sie als Wall Street Voodoo.
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20. Januar 2009 von stillewasser | Kategorie Finanzkrise | Keine Kommentare







