SZenso

unabhängig - medienkritisch - mit Spuren von Satire

Das Roulette dreht sich wieder

rouletteDie Krisenstrategie war erfolgreich, die Gefahr für das Finanzkasino ist für das erste abgewendet und selbst kleinere Störungen, wie die Zahlungsunfähigkeit eines Staatskonzerns. stören die Glücksspieler nicht. Es ist geschafft, alles geht weiter so wie gehabt. Schön :-)

Es gibt aber auch Kritiker, die diese Friede-Freude-Eierkuchen-Sichtweise nicht teilen. Ekkehard Wenger, Professor an der Universität Würzburg für Banken- und Kreditwirtschaft, klagt in für Qualitätsmedien ungewohnt deutlichen Worten den ehemaligen Finanzminister Peer Steinbrück an und schildert die unhaltbaren Zustände im Finanzministerium und den immer noch wirkungslosen Kontrollmechanismen des Finanzsektor.

Ein etwas erheiternder Nebenschauplatz der Finanzkrise: Amerikanische Banken können ihre eigenen Ramschhypotheken nicht mehr finden und scheitern bei Gericht bei der Durchsetzung von Nachzahlungen und Zwangsräumungen. Das große Geld ist oftmals auch im Kleinen nur eine Luftnummer ;-)

Lesenswerte Links zum Thema:


Neues aus dem Elitariat (3): dement werden sie alle

elit1kleinWas macht eigentlich unser Elitariat im wohlverdienten Ruhestand? Schauen wir einmal nach:
Um unseren  sprücheklopfender Ex-Finanzminister Steinbrück ist es still geworden. Er wurde jetzt Aufsichtsratsmitglied der  Thyssen Krupp AG. Hm, merkwürdig. Weshalb steigt ein solches Prachtelitariat mit solch ausgezeichneten Qualifikationen nicht zum Olymp der Finanzwelt auf? Der Grund könnte sein, dass jeder in dieser Branche seine Eigenschaft kennt, vom Gegenüber willenlos über den Tisch gezogen zu werden und dies danach mit markigen Sprüchen als eigenen Sieg zu verkaufen. Egal, nur als altes Eisen hat er eine äußerst zweifelhafte Wahl getroffen.

Und wie hieß eigentlich sein Vorgänger nochmal? Ja, richtig, Hans Eichel. Was macht er denn so? Er hat sich wohl bei seiner Alterversorgung verspekuliert und klagt daher eine Extra-Pension ein.

Und bereits deutliche Alterserscheinungen zeigt unser Topökonom Herr Sinn. Er drängt auf eine Zwangsverstaatlichung des Bankensektors: das billige Zentralbankgeld wird nachhaltig in Boni und Dividenden investiert, die Geschenke der EZB werden jedoch nicht wie erwartet an Firmen und Privatleuten weitergereicht. Man muss wirklich ein altersweiser Topökonom sein, um diese Entwicklung nicht vorhersehen zu können.


Die endlose Bad Bank Geschichte …

brennendebankDas Thema Bad Bank ist für mich das Schlüsselthema der Finanz- und somit auch der Wirtschaftskrise. Nicht ohne Grund handlte mein zweiter Beitrag in SZenso “Ackermann, ein ‘bad’ Bänker?” eben über dieses Thema. Warum ist das Thema so wichtig? Zum einen kann ein sinnvolles Bad Bank Gesetz, wie es Schweden in seiner erfolgreichen Bewältigung seiner Bankenkrise zeigte, die Krise überwinden, und zum anderen wird mit diesem Gesetz austariert, welchen Anteil an der Giftmüllentsorgung der toxischer Papiere die Banken und welchen Anteil wir Steuerzahler zu tragen haben.
Die Mainstreammedien haben an diesem wichtigen Thema wenig bis kein Interesse gezeigt. Anfangs hat mich das noch verwundert, jetzt nicht mehr.


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Wo bitte geht es zur Bad Bank?

brennendebankEs war ein langer Weg zur Bad Bank, ein hartes Stück Arbeit für unsere Regierung. Im Februar sagte unsere Kanzlerin, es werde keine Bad Bank geben, so wie es ein Monat zuvor unser Finanzminister noch versicherte. Zuvor musste in den Wirren der Finanzkrise  zuerst  in aller Eile die SoFFin gegründet und 480 Milliarden Euro in das marode Bankensystem gepumpt werden. Bereits damals wurde ganz klar gesagt, das diese Summe einfach viel zu wenig Geld für die Banken ist. Denn sie brauchen mehr, viel mehr Geld für ihren unersättlichen 25 % rendite Schlund. Genau aus diesem Grund ist die Bad Bank alternativlos. Steinbrück, unser Kieselstein in der Brandung,  hat uns Bürgern versprochen, die Bad Bank werde den Steuerzahler nicht belasten.  Natürlich kann es  gut sein, dass unser Finanzminister das Prinzip der Bad Bank nicht verstanden hat: es ist eine gigantische Subventionierung, die Bänker können ihren Giftmüll zu angenehmen Konditionen beim Staat abladen und sich so leicht von ihrer Verantwortung freikaufen - und das alles auf Kosten der Steuerzahler!


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Hofberichtblogging (2): Wir brauchen die Bad Banks!

brennendebankDie Kugel im Finanzcasino rollt wieder, die amerikanischen Banken möchten die staatlichen Zügel los werden und sich frei kaufen. In Deutschland zaubert allen voran Herr Ackermann wieder eine  25 % Traumrendite in das Quartalsergebnis der Deutschen Bank. Das wurde auch Zeit. Nach dem 480 Milliarden Euro Rettungsschirm, dem G-20 Bilanzdoping und der Verstaatlichung der HRE ist für den miesepetrige Michel diese angloamerikanische Finanzpower genau das Richtige, um im Tunnel der Weltwirtschaftsdepression endlich das Licht des entgegenkommenden Zuges sehen zu können.
Was war das für eine schwere Zeit! Zuletzt haben die Aktionärs auf der Hauptversammlung zur Verstaatlichung der HRE randaliert wie linke Chaoten. Diese unhaltbaren Zustände riefen unser Soffin-Chef, Herrn Rehm, zu einem energischen Eingreifen auf. Unmissverständlich stellte er klar, dass zwar die Aktionäre der HRE Störfeuer sind, aber dennoch die besseren Eigentümer bleiben. So kehrte flugs wieder Ruhe ein. 100 Milliarden Euro zu verspekulieren kann schließlich jedem einmal passieren. Zum Glück hat das Management der HRE vorgesorgt und eine systemische Vollkasko-Versicherung bei unseren Finanzminister persönlich abgeschlossen. Ansonsten hätte am Ende wirklich ein Schaden entstehen können!

Mit allem Recht und allem Stolz darf daher unsere Kanzlerin heute mit markigen Worten verkünden:

«Die Bankenrettung ist im Wesentlichen so einigermaßen gelungen»


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Finanzakrobatik

moneyDie Zauberkünste unseres obersten Zahlenmeisters Peer Steinbrück sind bereits zu seinen Amtszeiten legendär. Mit Hilfe seiner Assistentin Angela Merkel zaubert unser Bilanzakrobat auf der Mainstreamedienbühne mit heißer Luft, viel Rauch und einer Brise Bad Banks die Milliardenverluste der Finanzkrise weg.
Seine Lehrlinge bei der Allianz und der Commerzbank sind noch am Üben, das aber erfolgreich. Bei der Übernahme der Dresdner Bank sind die Verluste aus dem vierten Quartal aus den Büchern der alten und neuen Eigentümer weggezaubert worden. Der Trick war fast perfekt, die Wirtschaftsprüfer und die Bankenaufsicht ließen sich täuschen, nur das unabhängige Analyseinstitut Fairesearch schlug Alarm.

An der Fingerfertigkeit müssen die Finanzakrobaten noch feilen, ansonsten können sie das wichtigste Gut in einer Krise nicht wieder herstellen: Vertrauen!


Die Sonne der Finanzkrise

atombombeDer IWF veröffentlicht eine düstere Prognose und sieht in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise besorgniserregende Parallelen zur Großen Depression. Die Summe der Abschreibungen bis zum Jahr 2010 schätzt der IWF auf

4.100 Milliarden Dollar !

Wie soll man diese astronomische Geldvernichtung begreifen? Ich suche mal nach einem anschaulichen Beispiel:
Das ist 1,64 Milliarden mal die Abwrackprämie. Pro deutsche Nase, egal ob Baby oder Greis, wären das 20,5 abgewrackte Autos. Die Staatseinnahmen der Bundesrepublik könnten mit diesem vernichteten Geld 17 Jahre lang bezahlt werden. Ein einzelner Irakkrieg reicht für diese enorme Summe ebenfalls nicht aus.

Dieser  Schaden lässt sich am besten mit einem ausgewachsenen Atomkrieg vergleichen!


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Das Quiz mit Peer

quiz_steinbrueckUnser Bundesfinazminister wird gerühmt für seine gestochen scharfen Analysen. Diese Fähigkeit hat er zu seinem Glück in der Krise niemals unter Beweis gestellt. Sein Krisenmanagement wird als historisch-heroische Leistung in die Analen des Finanz- und Wirtschaftsmissmanagements eingehen. Bisher lag noch jede Prognose daneben und bisher versagte noch jede Rettungsmaßnahme. Aber seien wir ehrlich, zur Rettung der systemischen Bankenwelt gibt es nur die alternativlose Politik der Phrasendrescherei. Und keiner versteht diese politische Notwendigkeit in seiner formvollendeten Kunst besser darzubieten als Peer Steinbrück.

Machen sie mit bei diesem anspruchsvollen Ratespiel. Tippen sie, welche dieser drei Aussagen müssen der Rubrik vorgezogene Wahlversprechen zugeordnet werden?

[ ] 25.10.2008

„Aus der Finanzkrise ergeben sich keine unmittelbaren Risiken für die Haushaltsplanung. Die Bundesregierung behält daher das Ziel bei, möglichst 2011 einen Haushalt ohne Neuverschuldung vorzulegen“

[ ] 18.01.2009

Steinbrück will keine Bad Bank: “Man würde uns für verrückt erklären”

[ ] 21.04.2009

Die „giftigen Papiere“ werden die Steuerzahler nicht belasten

Ein kleiner Hinweis, Mehrfachnennungen sind möglich. Zu Gewinnen gibt es einen Joe-Renditegutschein von 25 %, den sie in jeder OECD-zertifizierten Steueroase eintauschen können.


Die Good Bank Lösung

ZombiebänkerDie Gründung von Bad Banks steht kurz bevor. Peer Steinbrück hat seine Konzepte für die Gründung von Bad Banks unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgelegt. Im Januar sagte derselbe Finanzminister noch über die Gründung von Bad Banks: “Man würde uns für verrückt erklären“. Es gibt noch Politiker, die  in der Krise zu ihrem Wort stehen.


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G-20: Alter Wein für das geschlauchte Finanzsystem

g20Die Staatschefs der wichtigsten Industrienationen trafen sich anlässlich des G-20 Gipfels vor wenigen Tagen in London. Im Angesicht der Finanzkrisekrise, welche  die Weltwirtschaft in den freien Fall schickte, sind historische Schritte notwendig, um noch eine große Depression wie in den dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts abzuwenden.

Schließen wir die Augen, lassen die vergangenen Ereignisse Revue passieren und malen wir uns aus, wie die Utopie überlegt und konsequent handelnder Politiker aussehen könnte, die sich ihrer Verantwortung in dieser Extremsituation bewusst sind:


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Ich habe diese Hornissen-, Tigerenten-, Mövenpick-, Sternschnuppen-, Taliberalen- Regierung nicht gewählt! Ganz, ganz ehrlich!!!

Macht mich also nicht verantwortlich für ...

  • ... die Kunduz-Vertuschung
  • ... das Finanz-Kasino
  • .. der aktiven Sterbehilfe am Gesundheitssystem
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