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Die Bischöfin und die Buße

Gastbeitrag von Frank Benedikt

auto-anthropophagGanze vier Monate war sie im Amt, nun ist sie als Landesbischöfin und Ratsvorsitzende der EKD zurückgetreten: Margot Käßmann. Unbequem war sie, eine streitbare “Gotteskriegerin”, die sich für die Schwachen einsetzte und zuletzt erst bei der Afghanistanfrage auch den Diskurs mit Verteidigungsminister zu Guttenberg nicht scheute. Eine mutige Frau, die auch öffentlich über  ihre Scheidung und ihren Brustkrebs sprach – für eine Frau in ihrer Position sicher nicht selbstverständlich.


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Bibel 2.0

bibel Die neoliberale Weltwirtschaftskrisenbewältigung stellt unsere bisherige Welt auf den Kopf. Tradierte Tatsachen erhalten plötzlich eine völlig neue Bedeutung: Finanzblasen stellen kein Probleme dar, es findet sich nämlich immer ein noch dümmerer, der die nächste füllt. Oder auch ganz nett ist der bekannte Spruch: sozial ist, was mehr Elitariat schafft. Selbst die moderne Christlichkeit muss sich den alternativlosen Zwängen dieser neuen herrschenden Verhältnisse anpassen. Es wird daher endlich Zeit, dass die angestaubten Bibelgeschichten ins Neoliberale übersetzt werden. Ich versuche das einmal:


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Ferkeleien des Familienministeriums

Vor einiger Zeit schlug das Kinderbuch “Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel” hohe Wellen. Dieses religiöses Kinderbuch sollte auf Wunsch des Familienministerium indiziert werden. Verblüfft kommentiert der Autor die Anschuldigungen:

Fassungslos habe er zur Kenntnis genommen, sagt Nyncke, dass die Antragsteller in dem Handgemenge zwischen den streitenden Gottesdienern ausgerechnet dem Rabbi Mordabsichten unterstellten, diese aber weder beim Bischof noch beim Mufti zu entdecken glaubten. Eine so offensichtliche Projektion der eigenen vorurteilsgeprägten Sichtweise auf eine ganz anders gemeinte bildliche Darstellung sei „an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten”. [..]
Möglicherweise habe „die verantwortliche Referentin des Familienministeriums in Ausübung ihrer beruflichen Pflichten zu viele Gewaltvideos angeschaut”, meint Schmidt-Salomon. Andernfalls könne er sich kaum erklären, warum die Jugendschutzreferentin fantasiere, dass der Rabbi „einem Vertreter des christlichen Glaubens eine Schriftrolle auf den Mund drückt und ihn zu ersticken droht”, wie es in dem ministerialen Schreiben heißt: „Also ehrlich: Den Unterschied zwischen einer harmlosen Rauferei und einem Mordversuch sollte man doch schon erkennen können! Nebenbei: Haben Sie schon einmal versucht, einen Menschen mit einer dünnen Papierrolle zu ersticken? Wenn Ihnen das gelingen sollte, melden Sie sich doch bitte bei Uri Geller!”

Natürlich müssen unsere Kinder möglichst früh an die Zensur im Internet herangeführt werden. Es ist unabdingbar, dass Kinderbücher, die aus Sicht der deutschen Leitkultur zu problematischen und selbst gefährdenden Interpretation führen könnten, ein Stoppschild verpasst bekommen.

(via zensiert)


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