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unabhängig - medienkritisch - mit Spuren von Satire

Der Staat als Waffendealer

Nach dem Amoklauf von Winnenden forderten insbesondere die Hinterbliebenen der Opfer in einem offenen Brief als wichtigste Maßnahme eine drastische Verschärfung des Waffenrechts. Herausgekommen ist nach erfolgreicher Intervention der Waffenlobby und Schützenvereinen eine weichgespülte Version, die zudem immer noch einen Passus enthält, das Spielen von Paintball mit einem Bußgeld bestrafen zu können.

Eine Reportage des NDR deckte nun auf, dass ausgemusterte Polizeiwaffen aus Niedersachsen über den legalen Waffenmarkt verkauft werden. Der Staat als Waffendealer möchte sich mit einem zu strengen Waffengesetz wohl seinen Absatzmarkt nicht gefährden. Es handelt sich schießlich um die stolze Anzahl von 13.000 HK P7 Pistolen. Der Verkauf spülte fast 3 Millionen Euro in die krisengeschüttelte Landeskasse. Die Empörung ist groß, dieser umstrittene Deal dürfte weitaus mehr Waffen in Umlauf bringen als durch neue Gesetz entzogen werden, in dem die Abgabe illegaler Waffen straf frei gestellt wurde. Es ist offensichtlich, die Politik fördert den Zugang zu Waffen, ihre großmundig Versprechen nach dem Amoklauf sind wie immer nur falsche Lippenbekenntnisse. Übrigens haben andere Bundesländer mehr Skrupel als Niedersachsen und lassen ihre alten Waffen verschrotten.


Appell für ein Verbot privater Waffen

no_pistol_mauserDer Amoklauf von Winnenden sollte Konsequenzen haben, sagten unsere Politiker. Herausgekommen ist dabei ein fragwürdiges Verbot von Paintballspielen, das trotz anders lautender Bekundungen leider immer noch Gegenstand der aktuell diskutierten Waffenrechtsverschärfung ist.

Die Hinterbliebenen haben nicht ohne Grund in einem offenen Brief als ersten und wichtigsten Schritt die Zugangsbeschränkungen zu Waffen für junge Menschen gefordert. In einem lesenswerten Artikel auf der Süddeutschen berichtet  Mick North, der seine Tochter vor 13 Jahren bei einem Schulamoklauf verloren hat, über die Folgen dieses kaum fassbaren Ereignisses.

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Die Kultur des Bösen

Es ist die bittere Erkenntnis, dass sich nach den USA nun auch in Deutschland der Schulamoklauf in unserer Gesellschaft tradiert hat. Die tragischen Stationen, die sich tief in unser Gedächtnis gebrannt haben, sind 2002 das Gutenberg-Gymnasium in Erfurt, 2006  das Geschwister-Scholl-Gynmasium in Emstetten und 2009 die Albertville-Realschule in Winnenden.


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Das Unfassbare beginnt zu verblassen

Die üblichen medialen Gesetze gelten uneingeschränkt, auch für unfassbare Taten wie der Amoklauf von Winnenden. 9 Tage sind vergangen. Die eigene innere Stimme sagt sich: ich habe alles über die Tat gelesen, jedes Bild aus allen Perspektiven betrachtet und auf alle offenen Fragen genügend Antworten erhalten. Die Bildzeitung hat in ihrer Sonntagsausgabe bereits dem Witwenschütteln auf ihrer Titelseite  einen angemessenen Raum gegeben. Für die Sensationskaravane mit ihrem alternativlosen Selbstverständnis haben sich ihre Spesenausgaben, wie die 100 Euro für Tränenaufnahmen, mit einer  verzüglichen Medialrentite von über 25% bereits amortisiert.  Mediengaffer, wie ich es einer bin, durften staunend die Flut der Berichterstattung an sich vorbeirauschen lassen.


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Berichterstattung über den Amoklauf in Winnenden (2)

Die Ermittlungspanne der Ermittler, die durch Politik und Medien verbreitet wurde, bestimmte heute zu einem Großteil die Berichterstattung über Winnenden. Im Auge des medialen Orkans befindet sich  das offline geschaltete Forum KrautChan. Von dort stammt der Screenshot des Fakes. Der Ersteller dieses Fakes  hat übrigens ein anonymes IRC Interview gegeben. Solange die Ermittler und Medien dessen Authentizität noch nicht bestätigt haben, könnte es echt sein.


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Berichterstattung über den Amoklauf in Winnenden

Tim K. richtet an seiner ehemaligen Schule ein Blutbad an. 16 Menschen mussten sterben, Familien wurden mit dem plötzlichen Tod einer ihrer Liebsten konfrontiert, eine ganze Stadt ist traumatisiert. Wie kann über eine solche Ausnahmesituation berichtet werden?


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Massenmedien und Massenmorde

Unsägliches muss berichtet,  Ungeheuerliches muss diskutiert werden können:

Amoklauf - 16 Menschen getötet


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