Die Zeit der Zahlenakrobaten
In Krisenzeiten ist alles erlaubt, Banken dürfen für ihre Bilanzen ihre gesamte Kreativität einsetzen und unser Musterknabe der Finanzjongleurakrobatik, Josef Ackermann, hat wieder einmal ein Meisterstück abgeliefert.
Die EU möchte sich in der Kunst des Statistikdopings von Deutschland nicht in den Schatten stellen lassen und zeigt in der Schuldenberechnung der EU-Länder, wie graziös sie im Sinne des französischen laissez faire unerwünschte Kosten weggezaubert kann.
Ein angenehm beschwinglicher Sommerzirkus im Weltwirtschaftskrisenjahr.
29. Juli 2009 von stillewasser | Kategorie EU Finanzkrise | Keine Kommentare
Statistikakrobatik
Zahlen sollen nach der herrschenden Geiz-ist-geil-Ideologie möglichts klein sein, Preise im Supermarkt, die Schulden, so auch die Arbeitslosenzahlen der Agentur für Arbeit. In Krisenzeiten ist dies nicht ohne akrobatische Zahlenspiele möglich. Der aktuelle Zaubertrick heisst: Arbeitslose im Nebel der Statistik verschwinden lassen.
Wie funktioniert der Trick? Ich teile die Arbeitslosen in zwei Gruppen: Die Arbeitslosen ohne Arbeit und die Arbeitslosen mit überhaupt keiner Arbeit. Dann ziehe ich die Arbeitslosen ohne Arbeit von den Arbeitslosen mit überhaupt keiner Arbeit ab und danach erhält man viel weniger Arbeitslose!
Dieser verblüffende Trick lässt nicht nur knapp 200.000 Menschen mit einem Fingerschnippen verschwinden, er drückt die Arbeitslosenzahl um 2,6 Millionen unter die Zahl der ALG-Empfänger. Die Arbeitslosenstatistik nähert sich damit der Qualität der Zahlenakrobatik unserer Creme de la Creme der Neoliberalistik.
2. Juni 2009 von stillewasser | Kategorie Politik Satire Wirtschaftskrise | Keine Kommentare
Spinnennetze der Finanzakrobatik
Hat sich in der Welt der Finanzakrobatik seit Ausbruch der Krise irgendetwas geändert? Wie sieht der change des marikanischen Präsidenten Barack Obama aus? Yes, we can do it again!, sagt sich die Wall Street. Mit dem amerikanischen Finanzminister Tim Geithner hat sie weiterhin ihr Zentrum des Spinnennetzes im Oval Office, wie eine investigative Reportage der New York Times und Geithners offengelegter Terminkalender belegen.
[update] Das Wall-Street Spinnennetz zieht seine Fäden durch ganz Washington. [/update]
Für uns in Deutschland ist die Supermacht Amerika wie immer ein Vorbild, auch bei uns funktionieren die alten Seilschaften. Die Wirtschaftswoche berichtet über einen Aufruf “Rettet die [krisenbewährte] Wirtschaftspolitik an den Universitäten!”, der von 83 namhaften Professoren für Volkswirtschaftslehre unterzeichnet wurde. Die Nachdenkseiten haben sich die Unterzeichner genauer angeschaut. Es ist eine Horrorliste der ordoliberalen Wirtschaftsökonomie, die um ihre Vormachtstellung an den Universitäten kämpft. Eine weitere aufschlussreiche Dokumentation der Verfilzung unserer Finanzjongleure bietet die etwas angestaubte Unterzeichnerliste des Hamburger Apells aus dem Jahre 2005, die sich schlicht unter dem Motto “250 Professoren – 10 Thesen – 1 Meinung” zusammenfassen lässt.
28. April 2009 von stillewasser | Kategorie Finanzkrise Politik | Keine Kommentare
Finanzakrobatik
Die Zauberkünste unseres obersten Zahlenmeisters Peer Steinbrück sind bereits zu seinen Amtszeiten legendär. Mit Hilfe seiner Assistentin Angela Merkel zaubert unser Bilanzakrobat auf der Mainstreamedienbühne mit heißer Luft, viel Rauch und einer Brise Bad Banks die Milliardenverluste der Finanzkrise weg.
Seine Lehrlinge bei der Allianz und der Commerzbank sind noch am Üben, das aber erfolgreich. Bei der Übernahme der Dresdner Bank sind die Verluste aus dem vierten Quartal aus den Büchern der alten und neuen Eigentümer weggezaubert worden. Der Trick war fast perfekt, die Wirtschaftsprüfer und die Bankenaufsicht ließen sich täuschen, nur das unabhängige Analyseinstitut Fairesearch schlug Alarm.
An der Fingerfertigkeit müssen die Finanzakrobaten noch feilen, ansonsten können sie das wichtigste Gut in einer Krise nicht wieder herstellen: Vertrauen!
27. April 2009 von stillewasser | Kategorie Finanzkrise Satire | Keine Kommentare







